
Erste Einheit im neuen Design ist die Hochflurbahn 4235 des Typs HF6, die bereits im regulären Linienbetrieb unterwegs ist. In den kommenden Jahren sollen mehr als 200 Straßen- und Stadtbahnen mit der markanten „rote Schnauze“ ausgestattet werden.
Mehr Sichtbarkeit in komplexen Verkehrssituationen
„Sicherheit ist für uns keine Einzelmaßnahme, sondern eine strategische Führungsaufgabe“, erklärte Rheinbahn-Vorständin Annette Grabbe am 12. März 2026. „Mit unserer Sicherheitsstrategie 2030 verfolgen wir einen 360-Grad-Ansatz: Wir wollen Risiken erkennen und reduzieren, bevor etwas passiert. Die neue Frontlackierung ist ein sichtbares Zeichen dafür, dass wir Sicherheit ganzheitlich denken und konsequent umsetzen.“ Die auffällige Rotlackierung erhöht die visuelle Präsenz der Fahrzeuge im Mischverkehr. Insbesondere an Kreuzungen, bei Abbiege- oder Wendevorgängen oder bei eingeschränkten Sichtverhältnissen sollen die Bahnen schneller wahrgenommen werden. Tomasz Karbowski, Bereichsleiter Fahrzeuge bei der Rheinbahn, erläuterte: „Unfallanalysen zeigen, dass Bahnen in bestimmten Verkehrssituationen – etwa bei verbotswidrigem oder unachtsamem Linksabbiegen – teilweise zu spät gesehen werden“. Mit dem höheren Rotanteil soll die Außenwahrnehmung der Fahrzeuge deutlich gestärkt werden. Karbowski: „Das ist ein einfacher, aber wirkungsvoller Baustein zur Unfallprävention.“ Ein zweites Fahrzeug im neuen Erscheinungsbild wird in Kürze in den Linienbetrieb gehen.
Teil der Sicherheitsstrategie 2030
Die neue Farbgebung ist Teil eines umfassenden Maßnahmenpakets zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Fahrbetrieb. Dazu zählen unter anderem Prototypen von Kollisions-Warnsystemen in Hoch- und Niederflurfahrzeugen, die Optimierung von Fahrsignalanlagen gemeinsam mit der Stadt Düsseldorf, bauliche Maßnahmen zur Reduzierung kritischer Abbiegesituationen, eine intensivierte Schulung des Personals sowie KI-gestützte Systeme zur Erkennung verbotswidriger Abbiegevorgänge.
Eingebettet sind die Maßnahmen in die unternehmensweite Sicherheitsstrategie 2030 der Rheinbahn. Mit dem Ansatz „Sicherheit 360 Grad“ bündelt diese alle Sicherheitsaktivitäten in einem klaren strategischen Rahmen mit vier Säulen: Prävention (Risiken erkennen, bevor sie entstehen), Präsenz (Sichtbarkeit schafft Sicherheit), Technologie und Prozesse (moderne Sicherheit für einen modernen ÖPNV) sowie Verhalten und Kultur (Sicherheit beginnt im Kopf). Ziel ist es, Sicherheit strategisch zu steuern, operativ wirksam zu machen und transparent messbar zu gestalten. „Wir reagieren nicht nur auf Vorfälle – wir analysieren systematisch Ursachen, treffen verbindliche Maßnahmen und messen ihre Wirkung“, erklärte Rheinbahn-Chefin Grabbe abschließend.
Text: Rheinbahn AG/red, Bild: Rheinbahn AG


