
Die induktive Technik auf der Verbindung nach Holthausen ist Bestandteil des Zugbeeinflussungssystems (ZUB) und erhöht die Sicherheit im Fahrbetrieb durch eine permanente technische Überwachung der Fahrzeuge. Christian Finke, Chief Operating Officer und Vorstand für Betrieb und Infrastruktur der Rheinbahn, sagte am 7. August 2026 in Düsseldorf: „Sicherheit entsteht nicht erst im Fahrbetrieb – sie beginnt in der Infrastruktur. Mit der neuen ZUB-Koppelspule schaffen wir eine zusätzliche technische Sicherheitsebene, die unsere Fahrerinnen und Fahrer unterstützt und Risiken frühzeitig minimiert.“
Sicherheit entsteht durch viele Maßnahmen
Die Koppelspule kommuniziert berührungslos mit den Fahrzeugen und überträgt sicherheitsrelevante Informationen zwischen Strecke und Bahn. Sie überwacht unter anderem die zulässige Geschwindigkeit und unterstützt das Fahrpersonal aktiv: Wird eine zulässige Geschwindigkeit überschritten, warnt das System zunächst akustisch und optisch. Erfolgt keine Reaktion, verhindert es eine weitere Beschleunigung oder leitet – je nach Situation – automatisch eine Bremsung ein. So entsteht eine zusätzliche technische Absicherung, die kritische Situationen frühzeitig entschärfen kann. Mit Blick auf die Sicherheitsmaßnahmen der vergangenen Monate ergänzt Finke: „Jeder schwere Unfall verpflichtet uns, besser zu werden. Deshalb setzen wir Erkenntnisse nicht irgendwann um, sondern konsequent und so schnell wie möglich. Sicherheit entsteht durch viele wirksame Maßnahmen – und jede einzelne davon kann im entscheidenden Moment Menschen schützen. Genau dafür investieren wir.“
Blaupause den Ausbau auf weiteren Strecken
Die neue Koppelspule kommt auf einer Strecke zum Einsatz, auf der die technisch entsprechend ausgestatteten Bahnen bereits fahren. Die Rheinbahn will die dadurch gewonnenen Erfahrungen nutzen, um den weiteren Einsatz der Technologie im Stadtbahn-Netz zu bewerten. Die Installation in Holthausen kann damit zugleich als Blaupause für einen möglichen Ausbau moderner Zugbeeinflussung auf weiteren geeigneten Strecken dienen.
Teil der Rheinbahn-Sicherheitsstrategie 2030
Die Installation ist Teil eines umfassenden Maßnahmen-Pakets, das die Rheinbahn nach schweren Unfällen in den vergangenen Monaten auf den Weg gebracht hat. Neben moderner Infrastruktur investiert das Unternehmen unter anderem in Kollisions-Warnsysteme, intelligente Fahrzeugtechnik, optimierte Betriebsprozesse sowie weitere technische und organisatorische Maßnahmen. Ziel ist es, Risiken frühzeitig zu erkennen, zusätzliche Sicherheitsebenen aufzubauen und den Fahrbetrieb kontinuierlich weiter zu verbessern. Die Maßnahmen sind eingebettet in die „Sicherheitsstrategie 2030“, mit der die Rheinbahn Sicherheit als strategische Führungsaufgabe versteht und systematisch weiterentwickelt.
Eigenständige Entwicklung aus dem Bereich Infrastruktur
Die Programmierung und Projektierung der Anlage haben die Fachleute der Rheinbahn aus dem Bereich Infrastruktur eigenständig entwickelt und umgesetzt. Vor der Installation und Inbetriebnahme in Holthausen fanden umfangreiche Tests in der Werkstatt und bei einem Probeaufbau auf dem Betriebshof Heerdt inklusive Testfahrten statt.
Text: Rheinbahn/red, Bild: Rheinbahn


