
Auf seiner Verbandsversammlung am 3. März 2026 in Neustadt an der Weinstraße hat der ZÖPNV Süd beschlossen, vier seit Jahren stillliegende Strecken im SPNV zu reaktivieren. Daneben sind mehrere Infrastruktur-Ausbauten sowie die Eröffnung von acht neuen Bahnstationen geplant.
Reaktivierungen und Ausbauten
„Wir wollen weitere Zukunftsprojekte auf’s Gleis setzen und nach Abschluss der Machbarkeitsstudien und der indikativen Nutzen-Kosten-Untersuchungen die einzelnen Vorentwurfsplanungen beauftragen“, erklärte Landrat Dietmar Seefeldt (CDU) als Vorsitzender des ZÖPNV Süd. Die Vorentwurfsplanungen sind die Grundlage für die Genehmigungsplanung, auf deren Basis dann beim Bund die Förderanträge für Zuschüsse aus dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz (GVFG) gestellt werden können. Reaktiviert werden sollen der nördliche Abschnitt der Glantalbahn zwischen Lauterecken und Staudernheim, die Zellertalbahn Monsheim – Langmeil (Pfalz) als Lückenschluss zwischen den Städten Worms und Kaiserslautern, die Wieslauterbahn von Hinterweidenthal Ost nach Bundenthal-Rumbach sowie die Strecke Landau – Germersheim in der Vorderpfalz. Zu den Infrastruktur-Projekten gehören der abschnittsweise Ausbau des eingleisen Nadelöhrs zwischen Winden und Wörth, die Wiederherstellung der zweigleisigen Einfahrt in den Bahnhof Bingen aus Richtung Bad Kreuznach, der Ausbau des Bahnknoten Mainz mit zusätzlichen Gleisen im Bahnhofsbereich und einem zusätzlichen Gleis bis Mainz-Mombach, der Ausbau der Strecke Mainz – Alzey mit weiteren Begegnungsabschnitten und neuen Haltepunkten sowie acht neue Stationen in Rheinhessen sowie in der Stadt Kaiserslautern. Daneben sollen die Linie Mainz –Alzey sowie weitere Verbindungen in Rheinhessen und an der Nahe für den Einsatz von Akkuzügen hergerichtet werden.
Sorgfältige Planung
Die Finanzierung der Vorentwurfsplanungen für die vier oben genannten potenziellen Reaktivierungsstrecken wurde schon 2025 beschlossen. Zu den acht neuen Stationen ist der neue Verknüpfungspunkt am Rande der Mainzer Neustadt (Arbeitstitel „Mainz Schott“) hinzuzufügen, dessen Finanzierung anderweitig geregelt ist. „Zukunftsprojekte müssen sorgfältig geplant und die Fördervoraussetzungen des Bundes müssen erfüllt werden“, sagte Seefeldt. „Deshalb wollen wir die Projekte Zug um Zug für die notwendigen Anträge vorbereiten. Wir entlassen aber den Bund und die Deutsche Bahn (DB AG) nicht aus ihrer Verantwortung für die Schienen-Infrastruktur.“ Weitere Themen der Verbandsversammlung waren unter anderen die Baumaßnahmen der DB AG für die kommenden Jahre sowie die durch den ZÖPNV Süd wegen der zeitlichen Dauer und baulicher Länge abgelehnten Generalsanierungen durch die DB InfraGO in den Jahren 2028 (Linker Rhein) und 2029 (Ludwigshafen – Saarbrücken).
Text: ZÖPNV Süd/red, Bild: Fritz Engbarth


