
Die Kommunalverkehr Rhein-Nahe GmbH (KRN) schafft derzeit 60 Elektrobusse an, deren Unterhalt durch den Betriebshof in Wörrstadt möglich wird. Schon im Lauf des ersten Quartals 2026 sollen die ersten 18 E-Busse des Typs Mercedes-Benz eCitaro auf den regionalen Hauptlinien im Regelbetrieb eingesetzt werden.
„Vorreiter für elektrifizierte regionale Busnetze“
Der neue Betriebshof wird auf rund 13.500 qm Fläche in Wörrstadt im Landkreis Alzey-Worms in Rheinland-Pfalz entstehen und ist auf bis zu 60 Fahrzeuge ausgelegt. Er soll unter anderem eine Werkstatt, eine Waschstraße und Büroflächen enthalten. Die Anlage schafft 120 neue Arbeitsplätze in der Region. Wörrstadt ist aufgrund der verfügbaren Windkraft in der Nähe zudem ein attraktiver Ort für einen klimafreundlichen Busbetriebshof. Die 60 neuen E-Busse sollen ältere Dieselfahrzeuge ersetzen. „Mit über 4 Mio. km pro Jahr im Busnetz der KRN wird Rheinland-Pfalz zum Vorreiter in Deutschland für elektrifizierte regionale Busnetze dieser Größenordnung“, sagte die rheinland-pfälzische Mobilitätsministerin Katrin Eder (Die Grünen) beim ersten Spatenstich für den neuen E-Bus-Betriebshof am 6. Februar 2026. Die Betriebsleistungen der „regionalen Buslinien“, die vollumfänglich vom Land finanziert werden, sollen elektrisch erfolgen. „Bis zum Ende der Vertragslaufzeit im Oktober 2032 wird das Land für die E-Fahrzeuge rund 1,6 Mio. Euro zusätzlich zur Verfügung stellen“, erläuterte Eder. 40 % der Fahrleistungen der KRN entfallen auf die regionalen Hauptlinien. „Um unsere ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen, müssen wir auf Bus und Bahn setzen und diese elektrifizieren – denn im Verkehrssektor steigen die CO₂-Emissionen aktuell noch“, so die Ministerin.
Elektrifizierung weiterer Linien
„Der neue Betriebshof, der als größter E-Bus-Betriebshof in Rheinland-Pfalz realisiert wird, ist ein zentraler Baustein unserer strategischen Ausrichtung auf einen klimafreundlichen öffentlichen Nahverkehr“, sagte Uwe Hiltmann, Geschäftsführer der KRN. Finanziert wird das Vorhaben mit zinsgünstigen Kreditmitteln der Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz. Die neuen E-Busse sollen in den kommenden zwei Jahren schrittweise auf den regionalen Buslinien 221 (Bad Kreuznach – Bad Münster – Obermoschel – Alsenz), 230 (Bingen – Stromberg – Simmern), 240 (Bad Kreuznach – Stromberg), 250 (Bad Kreuznach – Waldböckelheim – Bad Sobernheim), 260 (Bad Sobernheim – Meisenheim – Lauterecken), 630 (Mainz – Sprendlingen – Bad Kreuznach), 640 (Ingelheim – Nieder Olm) und 660 (Mainz – Undenheim – Alzey) eingesetzt werden.
Nach Angaben des Aufgabenträgers ZÖPNV Süd soll es bei diesen Linien nicht bleiben. „Ziel des Zweckverbands ist es, in den kommenden Jahren möglichst alle regionalen Buslinien, die neben dem Schienenverkehr das Rückgrat des ÖPNV in der Region darstellen, zu ‚elektrifizieren‘“, sagte Landrat Dietmar Seefeldt (CDU), Verbandsvorsteher des ZÖPNV Süd. „Vor diesem Hintergrund werden wir in allen künftigen Vergabeverfahren gemeinsam mit dem Land prüfen, inwieweit Dieselbusse durch moderne und klimafreundliche Elektrobusse ersetzt werden können.“ Mobilitätsministerin Katrin Eder sagte abschließend: „Der Betriebshof ist ein Vorbild für ähnliche Projekte in Rheinland-Pfalz und darüber hinaus, denn er zeigt: Klimaschutz bremst die Wirtschaft nicht aus, er kurbelt sie an.“
Text: Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM)/red, Bild: MKUEM



