
Voraussichtlich ab Mai 2026 soll der touristische Zugverkehr auf der Zellertalbahn zwischen Monsheim und Langmeil (Pfalz) wieder aufgenommen werden. Die 28 km langen Verbindung, auf der 1998 der reguläre Betrieb eingestellt worden war, wurde bereits zwischen 2001 und 2017 von Ausflugszügen befahren. Aufgrund gravierender technischer Mängel mussten der Verkehr 2017 eingestellt werden.
Konstruktive Zusammenarbeit
Nach einer grundlegenden Ertüchtigung der Gleise soll die Zellertalbahn nun von Mai bis Ende Oktober an Sonntagen wieder im Freizeitverkehr bedient werden. Zunächst sind vier Zugpaare geplant. Die rheinland-pfälzische Mobilitätsministerin Katrin Eder (Die Grünen) sagte am 14. Januar 2025: „Wir konnten in wichtigen Fragen des zukünftigen Betriebskonzeptes zusammen mit dem Landesbetrieb Mobilität und dem Eisenbahn-Bundesamt (EBA) eine Lösung erzielen. Wenn jetzt der Donnersbergkreis die besprochenen nächsten Schritte rechtzeitig erledigt, startet nach einer mehrjährigen Pause endlich wieder der überregional beliebte Zugverkehr“. Eder dankte nicht nur dem Donnersbergkreis, dem Zweckverband ÖPNV Rheinland-Pfalz Süd (ZÖPNV Süd), dem Landesbetrieb Mobilität sowie dem EBA für die konstruktive Zusammenarbeit, sondern auch dem Förderverein Eistalbahn e. V. Dessen Mitglieder setzen sich seit Jahren ehrenamtlich und mit hohem Engagement für die Zellertalbahn ein. Rainer Guth, der parteilose Landrat des Donnersbergkreises, sagte: „Die Zellertalbahn ist eines der wichtigsten Infrastruktur-Projekte unseres Landkreises.“ Mit der Perspektive auf einen nennenswerten Güterverkehr sowie einen optionalen regelmäßigen SPNV habe die Strecke eine herausragende Verkehrsbedeutung für die Region.
DB Regio mit den Freizeitverkehren beauftragt
Der für den SPNV zuständige Aufgabenträger ZÖPNV Süd hat zwischenzeitlich DB Regio beauftragt, die Durchführung des geplanten Zugverkehrs vorzubereiten. „Es gibt jetzt noch einige konkrete Aufgaben zu erledigen, damit das Fahrtenprogramm tatsächlich zum 1. Mai starten kann“, so Michael Heilmann, Verbandsdirektor des ZÖPNV Süd. „Wir wollen nach aktuellem Stand in einem ersten Schritt an Sonn- und Feiertagen bis Ende Oktober vier Zugpaare je Fahrtag verkehren lassen.“ Nach Erteilung der erforderlichen Betriebsgenehmigung sowie nach Beendigung der restlichen Arbeiten an den Gleisen sollen die konkreten betrieblichen Vorbereitungen starten, zu denen auch Schulungsmaßnahmen und Probefahrten gehören.
Langfristige Perspektive
Das Projekt Zellertalbahn wird vom Land Rheinland-Pfalz anteilig mit 6,7 Mio. Euro gefördert. Derzeit bereitet das zuständige Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität (MKUEM) eine weitere Abschlagszahlung für den Donnersbergkreis vor. Insgesamt liegen die Kosten für die Sanierung der Strecke bei 8,3 Mio. Euro. Neben dem Oberbau waren unter anderem 15 Brücken und elf Bahnübergänge zu erneuern. Nach Plänen des Landes könnte die Zellertalbahn in den Rheinland-Pfalz-Takt integriert werden, um eine dauerhafte Verbindung zwischen Worms, Monsheim und Kaiserslautern und damit einen „Brückenschlag“ zwischen Rheinhessen und der Pfalz zu ermöglichen. Die Strecke gehört zu den zwölf Bahnlinien in Rheinland-Pfalz, für die eine Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) durchgeführt wurde. Die Zellertalbahn kam dabei auf einen Nutzen-Kosten-Indikator (NKI) von 1,5. Damit könnten bis zu 90 % der Kosten für die Reaktivierung im regulären SPNV nach dem Gemeinde-Verkehrs-Finanzierungs-Gesetz (GVFG) durch den Bund gefördert werden.
Text: MKUEM/red, Bild: Regionalverkehr



