
Der neue Standort des Rüdesheimer Bahnhofs am Hafenpark liegt weiter östlich und befindet sich direkt an den Schiffsanlegern. Neben zwei jeweils 210 m langen Außenbahnsteigen wird der Neubau für Reisende mittels Rampen barrierefrei zugänglich sein.
Bestehender Bahnhof lässt sich nicht ausbauen
Der bestehende Bahnhof liegt weiter flussabwärts direkt am Rhein, eingezwängt zwischen Bundesstraße und Bebauung. Sein Nachteil: Der Bahnsteig an Gleis 2, an dem die Züge des Betreibers VIAS in Richtung Wiesbaden abfahren, ist nur nach Überquerung von Gleis 1 zu erreichen. Vor Zughalten an Gleis 2 muss also immer das Gleis 1 in Richtung Koblenz für den kompletten Zugverkehr gesperrt werden. Das reduziert nicht nur die Leistungsfähigkeit der rechten Rheinstrecke, sondern ist auch personalaufwendig: Bahnpersonal öffnet die Tür der Wartehalle zum Bahnsteig erst kurz vor Einfahrt eines Zuges und schließt diese gleich nach der Abfahrt wieder ab. Und das nahezu rund um die Uhr. Der Bau einer Unterführung oder einer Personenbrücke zu einem neuen Außenbahnsteig an Gleis 2 ist aus Platzgründen nicht möglich, sodass sich Bahn und Stadt nun für eine Verlegung des Bahnhofs entschieden haben.
Am neuen Standort weiter östlich ist genügend Platz für den Neubau von zwei breiten Bahnsteigen mit Unterführung. Die Bahnsteige bekommen eine neue Beleuchtung, Wartemobiliar und Wetterschutzhäuser sowie digitale Fahrplananzeiger. Die zentrale Lage in Nähe der Wohnbebauung und touristischen Örtlichkeiten bringt eine verbesserte Erreichbarkeit mit sich. Große PKW-Parkplätze und Bushaltestellen in fußläufiger Nähe bieten eine attraktivere Verknüpfung der Verkehrsträger sowie mehr Komfort für Pendler.
Neubau im Rahmen der Korridor-Sanierung
Die Bauarbeiten sollen noch im Februar beginnen: Zuerst führt die DB InfraGO Gründungsarbeiten für die Bahnsteige durch. Im Sommer erfolgen dann die eigentlichen Bahnsteig-Bauarbeiten. Bereits Ende letzten Jahres wurden vorbereitende Vegetationsarbeiten am Standort des neuen Halts durchgeführt. Der Neubau des Bahnhofs Rüdesheim erfolgt schließlich im Rahmen der Korridor-Sanierung der rechten Rheinstrecke: Zwischen dem 10. Juli und dem 11. Dezember 2026 will die Bahn auf der 182 km langen Verbindung Wiesbaden – Koblenz – Troisdorf unter anderem mehr als 80 km Gleise und 169 Weichen austauschen, die alten Stellwerke durch neue elektronische Technik ersetzen und rund 30 Bahnhöfe modernisieren und zum Großteil barriere- oder stufenfrei ausbauen. Rechtzeitig zur Bundesgartenschau 2029, die im Mittelrheintal zwischen Wiesbaden und Koblenz stattfindet, soll so eine moderne Eisenbahn-Infrastruktur geschaffen werden.
Die Anlagen am alten Standort werden nach der Inbetriebnahme des neuen Bahnhofs zurückgebaut. Das im Privateigentum befindliche und denkmalgeschützte Empfangsgebäude bleibt dabei erhalten und kann weiterhin gewerblich genutzt werden.
Text: DB AG/red, Bild Regionalverkehr



