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Infrastruktur, Mobilität

S-Bahn München: Wieder etwas pünktlicher

Die Zuverlässigkeit der Münchner S-Bahn München hat sich 2025 im Vergleich zum Vorjahr leicht verbessert: Im Schnitt waren 87,9 % aller ihrer Züge pünktlich, knapp ein 1 % mehr als 2024 mit 87 %.

2. April 2026

Ein S-Bahn-Zug fährt aus einer Tunnelstation aus.
Eine S-Bahn fährt aus der Haltestelle Marienplatz aus.
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Die Pünktlichkeit der S-Bahnen, die von der Bahntochter DB Regio betrieben werden, hat sich nicht nur leicht verbessert, 2025 fielen auch weniger Züge aus – die Zugausfallquote verbesserte sich um 1,3 % auf 8,4 %. Auffallend war allerdings, dass die Pünktlichkeit im Laufe des Jahres wieder nachließ. 

Weit von den Werten aus den 2010er Jahren entfernt

Als pünktlich gewertet werden alle Züge, die weniger als sechs Minuten Verspätung haben. Die Hauptursache für Verspätungen im Münchner S-Bahn-Verkehr war nach wie vor die störanfällige Bahninfrastruktur. Für die Zugausfälle waren 2025 erneut Bauarbeiten der Streckenbetreiberin DB InfraGO der maßgebliche Faktor. „Das sind ein paar Lichtblicke, aber noch nicht der große Wurf und auch noch nicht die erhoffte Trendumkehr“, sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) am 1. April 2026 in München. „Wir wollen aber, dass die S-Bahn München wieder Pünktlichkeitswerte wie in den 2010er-Jahren mit um die 93 bis 94 % erreichen kann.“ Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), die die S-Bahn-Leistungen bei DB Regio bestellt, unterstreicht: „Die Zuverlässigkeit der Münchner S-Bahn ist noch lange nicht wieder dort, wo sie sein soll. Aufgrund der durchaus wirksamen Gegenmaßnahmen der DB hatten wir uns eigentlich eine bessere Jahresbilanz erhofft, sind aber dann in der zweiten Jahreshälfte leider stark ernüchtert worden.“

Pünktlichkeitsquote gibt im Jahresverlauf nach

Nachdem sich die Pünktlichkeitswerte bis Mai 2025 im Vergleich zum Vorjahr noch weitgehend positiv entwickelt hatten und im Schnitt bei über 90 % lagen, verschlechterten sich die Werte im weiteren Verlauf wieder. Im Oktober und November 2025 wurde dann als Tiefstand nur noch eine Quote von knapp über 80 % erreicht. Die Gründe für den Rückgang waren insbesondere Langsamfahrstellen auf mehreren Strecken (unter anderem S 4 und S 7), Störungen an der Signaltechnik sowie eine hohe Dichte parallel laufender Baustellen. Zudem erschweren das Alter und die hohe Auslastung der Infrastruktur eine schnelle Stabilisierung des Betriebs. So dauert es nach behobenen Störungen häufig länger, bis der Verkehr wieder im Takt ist.

Die höchste Pünktlichkeitsquote erreichten die S-Bahnen auf dem Ostast der Linie S 3 München – Holzkirchen: 93,7 % kamen auf dieser Strecke im Jahresdurchschnitt pünktlich an. Auf dem Westast der Linie S 4 München – Geltendorf waren dagegen nur 83,4 % der S-Bahnen pünktlich unterwegs und bildeten damit im Vergleich der einzelnen Linienäste das Schlusslicht. Maßgeblicher Grund dafür waren Langsamfahrstellen. Zudem verkehrt die S 4 auf dieser Strecke im Mischverkehr mit Regional-, Fern- und Güterzügen, die die Pünktlichkeit der S-Bahn beeinflussen, wenn sie verspätet im S-Bahn-Bereich ankommen.

Problemfall S 7

Vor allem durch die Wiedereinführung der S 5 und die Teilung der S 7 haben sich die Pünktlichkeitswerte auf diesen beiden Strecken verbessert: Auf der S 5 waren 2025 91,7 % aller S-Bahnen pünktlich – das entspricht einer Verbesserung von 4,3 % im Vergleich zum Vorjahr (frühere S 7 Ost: 87,4 %). Die Pünktlichkeitsquote der S 7 lag im Jahresdurchschnitt bei 86,8 % und damit um 2,2 % über dem Wert von 2024 (ehemalige S 7 West: 84,6 %). Im ersten Halbjahr 2025 zählte die S 7 zeitweise zu den pünktlichsten Linien im gesamten Netz.

Der lange eingleisige Abschnitt der S 7 bleibt jedoch herausfordernd, da schon geringe Verzögerungen zu Kettenreaktionen führen. Das wirkte sich besonders im zweiten Halbjahr aus, als zeitweise drei Langsamfahrstellen an der S 7 bestanden – mit besonders großen Auswirkungen im Bereich Baierbrunn. Auch Bauarbeiten belasteten die Pünktlichkeit.

Die Teilung der S 7 hilft grundsätzlich dem gesamten Münchner S-Bahn-System: Da die Züge der S 7 nicht mehr durch die Stammstrecke fahren, sondern aus Wolfratshausen kommend oberirdisch am Münchner Hauptbahnhof enden, reduzieren sich die durch Rückstau verursachten Verspätungen auf der Stammstrecke München-Pasing – München Hbf – Ostbahnhof.

Maßgebliche Verspätungsursachen

Knapp die Hälfte aller Verspätungen im gesamten S-Bahn-Netz war auf infrastrukturbedingte Störungen, also auf Störungen an Leit- und Sicherungstechnik, Weichen, Gleisen und Bahnübergängen (47,8 %) zurückzuführen. Auf externe Einflüsse gingen 11,4 % der Fälle zurück. Dazu zählen neben witterungsbedingten Ereignissen auch Ereignisse wie Personen im Gleis oder Notarzteinsätze. Auf Bauarbeiten entfielen 9,1 % der Verspätungen, Haltezeitüberschreitungen hatten einen Anteil von 8,8 %.

Auf die verkehrliche Durchführung, also Verspätungen, die im Verantwortungsbereich von DB Regio liegen, waren 5,9 % der Verspätungsfälle zurückzuführen. Dazu gehört beispielsweise, wenn Personal nicht rechtzeitig am Einsatzort ist oder sich die Bereitstellung der Fahrzeuge verzögert. 5,7 % der Verspätungsfälle wurden durch Fahrzeugstörungen verursacht.

Die häufigsten Ausfallursachen

Für nahezu zwei Drittel aller Zugausfälle im Münchner S-Bahn-Verkehr waren 2025 Bauarbeiten der DB InfraGO verantwortlich (63,9 %). Zu Großbaumaßnahmen auf der Stammstrecke, wie etwa die Inbetriebnahme des neuen elektronischen Stellwerks (ESTW) am Ostbahnhof oder die Sperrung in Laim in den Herbstferien, kamen kurzfristig notwendige Baustellen dazu. Hierzu zählte die Weichenerneuerung in Deisenhofen im Sommer, wodurch der Ostast der S 3 über mehrere Wochen gesperrt war.

Infrastrukturbedingte Ausfälle gingen mit 19,8 % in die Statistik ein, darunter insbesondere Störungen an Stellwerken, Weichen und Signalanlagen. Beispielsweise waren nach der Inbetriebnahme des ESTW am Ostbahnhof noch Anpassungen an der neuen Technik erforderlich, sodass vorübergehend Verstärkerzüge entfallen mussten, um einen stabilen Betrieb sicherzustellen. Auf der S 5 war die Strecke zwischen Aying und Kreuzstraße über mehrere Monate aufgrund defekter Bahnübergänge nicht befahrbar.

Die überdurchschnittlich hohen Zugausfallquoten im Juni (11,9 %) und November (18,6 %) kamen insbesondere dadurch zustande, dass mehrere der oben genannten Baumaßnahmen und Störungen zusammentrafen.

8,1  % der Zugausfälle waren 2025 auf externe Einflüsse zurückzuführen. Im Vergleich zum Vorjahr mit 30,2 % bedeutet das einen erheblichen Rückgang. Das lag maßgeblich daran, dass deutlich weniger witterungsbedingte Einschränkungen zu verzeichnen waren und es 2025 keine Streiks der Bahnbediensteten gab. Rückläufig war erfreulicherweise auch der Auslöser „Personen im Gleis“. BEG-Chefin Fuchs sagte: „Bei aller berechtigten Kritik muss man auch mal loben: Das ist gerade ein Resultat aus richtigen Präventivmaßnahmen der DB, die an neuralgischen Stellen Zäune errichtet hat, um unbefugtes Überschreiten von Gleisen zu verhindern.“

Weitere Informationen und Diagramme zu den Jahreswerten 2025 der S-Bahn München sind hier zu finden.

Text: BEG/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Christian Bedeschinski

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