
Die Triebzüge der Baureihe 430, die zwischen 2014 und 2024 in mehreren Tranchen für die S-Bahn Rhein-Main beschafft wurden, werden mit einem neuen Einstiegs- und Innenraum-Konzept ausgestattet, um den Fahrgastwechsel zu beschleunigen und die Kapazität zu erhöhen. Außerdem erhalten die Einheiten neue Farben. Der erste modernisierte Triebzug mit der Nummer 430 108 wurde am 21. September 2026 im Frankfurter Hauptbahnhof vorgestellt.
Neuerungen im Innenraum
Neu sind trichterförmig angelegte Einstiegsbereiche, die für einen schnelleren Ein- und Ausstieg und damit eine verbesserte Pünktlichkeit sorgen sollen. Die Mehrzweckbereiche wurden getrennt in Zonen für Rollstuhlfahrer und Reisende mit Kinderwagen sowie in Zonen für Reisende mit Fahrrad. Für Fahrräder stehen je Zugeinheit jetzt zwei Bereiche zur Verfügung, einer davon mit sechs Abstellplätzen, in denen die Räder fest fixiert werden können. Piktogramme am oberen Rand der Türen sollen den Fahrgästen den Weg weisen – diese sind aber viel zu klein: Großflächige, leicht zu erkennende Rollstuhl- und Fahrrad-Piktogramme wurden nicht angebracht. Mit dem Verzicht auf die beiden 1.-Klasse-Abteile hinter den Führerständen und mit einer neuen Innenraum-Aufteilung steigt die Kapazität um 15 % auf dann 559 Passagiere pro Zug. Für eine bessere Fahrgast-Information stehen künftig größere Monitore zur Verfügung, die unter anderem Infos zum Fahrtverlauf und zur Orientierung beim Ausstieg anzeigen. Erstmals gibt es 34 Steckdosen pro Fahrzeug.
Neue Farben
Auch von außen zeigen sich die 430er wie neu: Die Triebzüge sind künftig in S-Bahn-Grün und RMV-Blau unterwegs. Die kräftigen Farben tauchen allerdings nur im Frontbereich (S-Bahn-Grün) und als schmaler RMV-blauer Streifen über den Fenstern auf. Die Seitenwände leuchten in Weiß, die Türen und die Bereiche über und unter den Frontfenstern sind in Dunkelgrau lackiert. Noch in diesem Herbst startet der Fahrgastbetrieb mit dem ersten umgebauten Triebzug, außerdem läuft die serielle Modernisierung der Fahrzeuge an. Bis Sommer 2029 sollen alle 430er umgebaut sein. Dann werden nur noch die älteren Triebzüge der Baureihe 423 im Verkehrsrot von DB Regio bei der S-Bahn Rhein-Main unterwegs sein.
Kommentare
Mike Josef (SPD), Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt am Main und RMV-Aufsichtsratsvorsitzender, sagte am 21. September 2026: „Die S-Bahn Rhein-Main garantiert die Mobilität vieler Menschen in der Region und ist damit ein wichtiger Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung und ein Symbol für die Verbundenheit Frankfurts mit dem Rhein-Main-Gebiet. Ich freue mich für die vielen Fahrgäste, dass sie künftig mit modernisierten Fahrzeugen noch besser unterwegs sind.“ Prof. Knut Ringat, Vorsitzender der Geschäftsführung des RMV, erklärte: „Mit dem Redesign von 98 S-Bahn-Fahrzeugen schaffen wir mehr Kapazität und machen die S-Bahn fit für das kommende Jahrzehnt. Wir freuen uns, wenn bald die ersten neugestalteten Züge auf den Linien S1, S4, S8 und S9 fahren.“ Harmen van Zijderveld, Vorstandsvorsitzender der DB Regio AG, sagte abschließend: „Die neuen Raumkonzepte haben wir gemeinsam mit Fahrgästen und Experten ausgearbeitet. So entstehen Fahrzeuge, die mehr Platz und bessere Orientierung bieten und zugleich einen schnelleren Fahrgastwechsel ermöglichen.“
Text: RMV/red, Bild: RMV/Sven Moschitz



