
Bei der turnusmäßigen Neuausschreibung der S-Bahn-Linien S3, S4, S5 und S6 konnte sich die bisherige Betreiberin DB Regio erneut durchsetzen: Als S-Bahn Rhein-Main wird sie das Teilnetz Gallus ab Dezember 2033 für weitere 22 Jahre bis Ende 2055 betreiben.
Planungssicherheit für die alte und neue Betreiberin
Am 19. Oktober 2026 unterschrieben Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV), und Hendrik Penner, Vorsitzender der S-Bahn Rhein-Main, in Frankfurt (Main) die Verkehrs-Service-Verträge (VSV) für das Teilnetz Gallus. Dieses umfasst die Linien Bad Soden – Frankfurt Hbf – Frankfurt Süd (S3), Kronberg – Frankfurt Hbf – Frankfurt Süd (S4), Usingen – Friedrichsdorf – Frankfurt Hbf – Frankfurt Süd (S5) und Friedberg – Frankfurt Hbf – Frankfurt Süd – Darmstadt (S6). „Die S-Bahn ist das meistgenutzte Verkehrsmittel in und um Frankfurt“, sagte Prof. Knut Ringat. „Mit der frühzeitigen Ausschreibung schaffen wir Planungssicherheit für die alte und neue Betreiberin DB Regio AG.“ S-Bahn-Chef Hendrik Penner ergänzte: „Dieser Zuschlag des RMV freut uns sehr. Wir sichern damit mehr als 300 Arbeitsplätze und können gemeinsam mit unseren Mitarbeiter:innen weiter intensiv daran arbeiten, die Linien S3 bis S6 für unsere Fahrgäste noch besser und verlässlicher zu machen.“
Interimsvertrag von Ende 2029 bis Ende 2033
Erst am 27. April 2026 hatte der RMV das Teilnetz Gallus im Rahmen eines Interimsvertrags von Ende 2029 bis Ende 2033 an DB Regio vergeben, sodass der derzeitige, bis Dezember 2029 laufende Verkehrsvertrag nahtlos fortgeführt werden kann. Grund für die Interimsvergabe ist, dass wesentliche infrastrukturelle und technische Rahmenbedingungen für eine langfristige Neuvergabe erst ab 2033 gegeben sind. Dazu zählen insbesondere laufende Infrastruktur-Maßnahmen wie der Ausbau der S6, die geplante Verlängerung der S5 von Friedrichsdorf nach Usingen sowie die Nordmainische S-Bahn. Auch die anvisierte, aber zeitlich noch nicht beschlossene technische Ausrüstung der Strecken mit dem europäischen Zugsicherungssystem ETCS (European Train Control System) beeinflusst die langfristige Planung. Zudem stehen voraussichtlich ab 2033 ausreichend viele neue S-Bahn-Fahrzeuge bereit, um potenziell eine neue Flotte einzusetzen. Bis dahin fahren die bewährten Fahrzeuge weiter, um einen stabilen Betrieb für die Fahrgäste sicherzustellen.
Text: RMV/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Stefan Wildhirt


