
In Sachsen-Anhalt sollen im SPNV künftig keine Dieselzüge mehr eingesetzt werden. Laut einer Studie, die die Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (NASA) in Auftrag gegeben hat, sind als Ersatz am besten Akkuzüge geeignet – diese sind als wirtschaftlichste Alternative Wasserstoffzügen und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor vorzuziehen.
Infrastruktur muss an die Akkuzüge angepasst werden
Die Entscheidung für die Akkuzüge gab die NASA GmbH am 12. Juni 2026 im Rahmen einer Zugfahrt von Merseburg nach Braunsbedra bekannt. Zum Einsatz kam ein batterie-elektrischer Siemens-Triebzug des Typs Mireo Plus B, der seit dem 14. Juni 2026 bei der S-Bahn Mitteldeutschland fährt. Sven Haller, Staatssekretär aus dem Ministerium für Infrastruktur und Digitales, erklärte: „Mit der im vergangenen Jahr abgeschlossenen Studie haben wir die Phase der Grundsatzprüfung hinter uns gelassen. Jetzt gehen wir bereits die nächsten Schritte, um den Umstieg auf die Akkuzüge einzuleiten. Dafür müssen zunächst einmal die Rahmenbedingungen, vor allem in der Infrastruktur, geschaffen werden.“ Darüber spräche man bereits mit der Deutschen Bahn (DB AG), so Haller. Um Akkuzüge fahren zu lassen, müssen auf einigen Dieselstrecken Oberleitungsinseln und Ladestationen gebaut werden. Diese Teil-Eektrifizierungen ermöglichen es den Zügen, ihren Akkus immer wieder aufzuladen, während sie am Bahnhof stehen oder diese Abschnitte durchfahren.
Akkuzüge nach Querfurt?
Der Einsatz von Akkuzügen kommt grundsätzlich auch auf der S-Bahn-Linie S11 von Halle (Saale) über Merseburg nach Querfurt infrage. Ob dies vor dem nächsten Verkehrsvertrag 2032 möglich ist, wird laut der NASA GmbH derzeit geprüft. Der Einsatz kann dort problemlos erfolgen, weil keine zusätzliche Elektrifizierung notwendig ist und die aktuelle Reichweite der Akkuzüge ausreicht. Der Abschnitt Halle – Merseburg dient der Ladung der Batterien, um den Abschnitt Merseburg – Querfurt und zurück im Akku-Betrieb zu fahren. Voraussetzung seien verfügbare und bezahlbare Fahrzeuge. Dann würden die Fahrgäste von einem größeren und leiseren Fahrzeug profitieren, während die Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) und die NASA GmbH Erfahrungen mit der Technik sammeln könnten.
Schrittweise Umstellung auf die neue Technik
Der Bau der Oberleitungsinseln ist Teil der Kooperations-Vereinbarung Zukunft Schiene Sachsen-Anhalt mit der DB InfraGO. Dafür bilden die NASA GmbH, DB InfraGO und DB Energie eine Arbeitsgruppe, die passende Maßnahmen aus der Studie definiert. Da beispielsweise die aktuellen Fahrzeuge im Dieselnetz Sachsen-Anhalt (DISA) erst seit sieben Jahren im Einsatz sind, ist es mittelfristig vorerst günstiger, sie noch nicht auf das Abstellgleis zu stellen, sondern im Dienst zu lassen und diese Phase zum Übergang für die schrittweise Umsetzung des emissionsfreien SPNV zu nutzen. Zunächst muss die Ladeinfrastruktur installiert werden, und es sind batterie-elektrische Fahrzeuge zu beschaffen. Außerdem muss das jahrzehntealte Verkehrssystem aus Infrastruktur und Werkstätten neu aufgestellt werden. Langfristig führt daran kein Weg vorbei, so die NASA GmbH, weil das Angebot an Dieselfahrzeugen abnimmt und der elektrische Betrieb sowohl bei den Energiekosten als auch bei der Wartung der Fahrzeuge günstiger ist.
Text: NASA GmbH/red, Bild: NASA GmbH


