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Infrastruktur, Mobilität

Schienennetz hat Milliarden des Bundes bitter nötig

In ihrem Newsblog berichtet die Deutsche Bahn (DB AG) über den fortschreitenden Verschleiß der Infrastruktur – aber auch über die spürbaren Erfolge der Korridor-Sanierungen.

28. Oktober 2026

Ein Triebzug fährt auf einer zweigleisigen Strecke.
Riedbahn: Nah- und Fernverkehr sind nach der Korridor-Sanierung wesentlich pünktlicher als vorher.
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Der Reparaturstau im deutschen Schienennetz ist nach wie vor gewaltig. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender DB InfraGO, sagte am 22. Oktober 2026 im Newsblog auf deutschebahn.com: „Unsere Anlagen gehen immer noch deutlich schneller kaputt als wir sie reparieren können. Trotz Rekordinvestitionen und eines nie dagewesenen Bauvolumens ist der Nachholbedarf auf den noch nicht sanierten Strecken weiter deutlich spürbar.“ 

Verspätungsfälle um 40 % gestiegen

Aktuelle Auswertungen der Infrastruktur-Gesellschaft der Deutschen Bahn (DB AG) zeigen: In den ersten neun Monaten dieses Jahres sind im Vergleich zum Vorjahr die Verspätungsfälle, die allein auf gestörte Anlagen der Infrastruktur zurückzuführen sind, um rund 40 % gestiegen. Als gestörte Anlagen gelten Verschleißschäden an Gleisen sowie defekte Weichen, Signale, Bahnübergänge und Oberleitungen. Daraus resultieren Geschwindigkeits-Reduzierungen, die zu längeren Fahrtzeiten bei Personen- und Güterzügen führen und Fahrpläne aus dem Takt bringen. Ein Blick auf die einzelnen Arten der gestörten Anlagen verdeutlicht die Entwicklung: In den ersten neun Monaten dieses Jahres haben die Verspätungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum aufgrund von Langsamfahrstellen um 66 % zugenommen, bei Gleisen um 50 %, bei Weichen um 29 % und bei der Leit- und Sicherungstechnik um 24 %. 

Verspätungen auf sanierten Strecken deutlich reduziert

Dass eine umfassende Sanierung diese Entwicklung umkehren kann, zeigt die Riedbahn Frankfurt (Main) – Mannheim: Auf der 2024 grunderneuerten Strecke gab es in diesem Jahr keine einzige Verspätung wegen einer Langsamfahrstelle. Einzelne Störungen an Weichen und Signalen kommen zwar weiterhin vor, ihre Zahl liegt jedoch um rund 60 % unter dem Niveau von vor der Sanierung. Die Fernzüge auf der Riedbahn können mittlerweile systematisch Verspätung aufholen, der Nahverkehr verkehrt wesentlich pünktlicher als vorher. Nagl: „Die gleichen Effekte beobachten wird auch bei anderen abgeschlossenen Korridor-Sanierungen.“

Folgen des Klimawandels setzen den Gleisen zu

Zusätzlich verschärfen die Folgen des Klimawandels die Situation im Schienennetz. Der kalte Winter, der heiße Sommer und die Trockenheit haben sich 2026 auf die Bahnanlagen ausgewirkt. Langanhaltender Frost und Schnee machten zu Beginn des Jahres vielerorts Sanierungsarbeiten im Netz unmöglich. Auch während der Hitzeperioden im Sommer gingen viele Anlagen in den Störungsmodus, was zu Umleitungen und Verspätungen führte. Für solche Höchsttemperaturen wurde das Bahnnetz in der Vergangenheit schlicht nicht ausgelegt. Die Reparatur einzelner Anlagen ist technisch bedingt jedoch weder bei extremer Kälte noch bei anhaltender Hitze möglich.

Milliarden des Bundes sind gut angelegt

InfraGO-Chef Philipp Nagl führte abschließend aus: „Dass die infrastrukturbedingten Verspätungen dieses Jahr noch einmal so nach oben geschnellt sind, macht eines deutlich: Das Schienennetz hat die Investitionen aus dem Sondervermögen bitter nötig. Die Milliarden des Bundes treffen ins Schwarze. Denn: Überall dort, wo wir die Strecken umfassend sanieren konnten, gehen die Störungen teilweise um mehr als 90 % zurück.“ Der Bund und die DB gehen mit Rekord-Investitionen und einem nie dagewesenen Sanierungsprogramm gegen die veralteten und störanfälligen Infrastrukturanlagen vor – allein in diesem Jahr sind es 28.000 Baustellen.

Text: DB AG/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Hajo Schelten

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