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Mobilität

Schnellbusse: Zubringer mit Tempo

Im Rhein-Erft-Kreis westlich der Dom-Metropole Köln konnten die Fahrgastzahlen auf drei neuen Schnellbuslinien innerhalb weniger Jahre erheblich gesteigert werden.

16. April 2026

Eine Person schaut aus dem Fenster eines Busses.
Die drei neuen Schnellbuslinien der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG) kommen gut an.
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Der Zweckverband go.Rheinland (ehemals ZV NVR) stellt seit 2020 einen Teil der SPNV-Betriebsmittel zur Förderung regionaler Schnellbuslinien zur Verfügung, um gemäß Förderrichtlinie „eine bessere Vernetzung im ÖPNV auf schienenfernen Relationen“ zu erreichen. Maßgebliche Voraussetzungen für die Bewilligung einer anteiligen Förderung in Höhe von 75 Cent/km sind die Durchschnittsgeschwindigkeit sowie der Umwegfaktor. Erstere muss mindestens 32,5 km/h betragen, basierend auf der Fahrplanzeit zwischen Start- und Zielhaltestelle. Der maximal zulässige Umwegfaktor von 1,2 ergibt sich aus dem Vergleich des tatsächlichen Linienweges im Verhältnis zur kürzesten existierenden Straßenverbindung zwischen Start und Ziel. 

Einführung im Rhein-Erft-Kreis

Auf Grundlage dieser Förderrichtlinie erweiterte der Rhein-Erft-Kreis zusammen mit der Rhein-Erft-Verkehrsgesellschaft (REVG), dem kreiseigenen Verkehrsunternehmen, im Dezember 2020 das bestehende Busangebot um das Produkt Schnellbus. Drei Schnellbuslinien sollten auf den Relationen Elsdorf – Kerpen, Kerpen – Wesseling (SB 92/93) sowie Brühl – Pulheim – Dormagen (SB 91) dazu beitragen, sowohl innerhalb des Kreisgebiets als auch „grenzüberschreitend“ Reisezeitgewinne im Busverkehr zu erzielen. Zudem sollten die Schnellbusse als Zubringer zum SPNV den Umweltverbund stärken. 

Evaluation des Verkehrsangebots

Mit Blick auf die zum Ende des Jahres 2025 auslaufende Förderung beauftragte der Rhein-Erft-Kreis 2023 eine Evaluation des Schnellbusangebots. Anhand der Erkenntnisse sollte über Form und Umfang des Fortbestands der Schnellbuslinien nach Ablauf der Förderperiode entschieden werden. Das beauftragte Beraterkonsortium aus BVS Rödel & Pachan und nbsw nahverkehrs-beratung PartG analysierte im Rahmen der Bestandsaufnahme die Fahrgastzahlen der Schnellbuslinien, befragte 3000 Fahrgäste und führte eine umfangreiche Quelle-Ziel-Erhebung durch. Entlang der Streckenverläufe sowie im gesamten Kreisgebiet wurden zukünftige Fahrgastpotenziale anhand aggregierter, anonymisierter Mobilfunkdaten ermittelt und schließlich planerische Vorschläge zur Weiterentwicklung des Schnellbusangebots erarbeitet. 

Erkenntnisse

Die Untersuchung zeigte, dass seit Einführung des Schnellbusangebots die Fahrgastzahlen kontinuierlich gesteigert werden konnten: Im Januar 2021 fuhren insgesamt rund 10.000 Fahrgäste mit den Schnellbuslinien, knapp drei Jahre später waren es 80.000 Fahrgäste im Monat. Aus den Quelle-Ziel-Daten geht zudem hervor, dass die Mehrheit der Fahrgäste kurze Distanzen, häufig im Nachbarortsverkehr, zurücklegt. Die Befragungsergebnisse zeigen, dass sich Nutzungszweck und damit die Nutzungshäufigkeit bei den Linien deutlich unterscheiden: Die ausschließlich im Rhein-Erft-Kreis verkehrenden Linien SB 92/93 wurden von einem Drittel der Befragten mehrmals im Monat oder seltener genutzt und weist deutlich mehr „Freizeitwege“ im Nutzungszweck auf. Im Gegensatz dazu nutzen die befragten Fahrgäste die SB 91 mehrmals pro Woche, wobei die „Arbeit“ als Zweck deutlich dominiert. 

Empfehlungen

Diese und weitere Erkenntnisse der Evaluation führten zur grundsätzlichen Empfehlung der Gutachter, das Schnellbusangebot im Rhein-Erft-Kreis fortzuführen. Über dieses zentrale Ergebnis hinaus wurden zwei Arten von Maßnahmenempfehlungen entwickelt: niedrigschwellige Anpassungen (zum Beispiel zusätzliche und wegfallende Haltestellenbedienung) sowie substanzielle Änderungen (zum Beispiel Verlängerung des Linienwegs) des Angebots, um zukünftig neue Fahrgastpotenziale für die Schnellbuslinien heben zu können. 

Für den Rhein-Erft-Kreis als ÖPNV-Aufgabenträger zeigte sich, dass sich die Investitionen in neue, umfangreich ausgestattete Fahrzeuge sowie ein qualitativ hochwertiges ÖPNV-Angebot trotz massiver Erschwernisse (Angebotseinführung in der Coronakrise, Umleitungen aufgrund der Erft-Flut) lohnen. Die in der Befragung erfasste Kundenzufriedenheit (Schulnote 1,6 für den SB 91 bzw. 2,2 für die SB 92/93) zeigte, dass auch die Kunden dies zu schätzen wissen. Zum Vergleich: Die globale Zufriedenheit mit dem ÖPNV lag im Jahr 2022 sowohl im Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) als auch bei der REVG laut VRS-Kundenbarometer bei einem Wert von 3,09 bzw. 3,14 (Diese Werte beziehen sich auf eine Skala von 1 bis 5 – auf ein Schulnotensystem von 1 bis 6 übertragen ergeben sich Zufriedenheitswerte von 3,61 bzw. 3,68). Aufgrund der Beurteilungsdaten bestand für die politischen Gremien kein Zweifel daran, dieses Angebot dauerhaft fortzuführen, auch unabhängig von einer Förderung durch go.Rheinland. Den entsprechenden Beschluss fasste der Kreistag am 12. Dezember 2024. 

Text: Anne Bär (ehemals Beraterin/Verkehrsplanerin bei der nbsw nahverkehrsberatung in Heidelberg), Andreas Falkowski (Amtsleiter des Amtes für ÖPNV und Regionale Mobilität des Rhein-Erft-Kreises), Stephan L. Kroll (Partner der nbsw nahverkehrsberatung), Uwe Zaar (Verkehrsdezernent des Rhein-Erft-Kreises), Bild: AdobeStock

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