
Rund 60 % mehr Fahrgäste im ÖPNV der sehr ländlich geprägten SMILE24-Projektregion an Schlei und Ostsee: Das ist einer der Erfolge, auf die die Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH (NAH.SH GmbH) gemeinsam mit den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg zurückblicken kann. Das Ende März 2024 gestartete Projekt SMILE24 hatte zum Ziel, mit einem attraktiven ÖPNV-Angebot neue Nutzer zu gewinnen sowie durch elektrische Antriebe und echte Alternativen zum Pkw den Kohlendioxid-Ausstoß zu reduzieren. Die Förderperiode des Bundes für „Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV“ lief 2025 aus.
„Tolles Angebot für die Fahrgäste“
Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) sagte am 31. Dezember 2025: „SMILE24 ist ein echtes ÖPNV-Erfolgsprojekt mit großer Strahlkraft weit über die Schlei-Region und Schleswig-Holstein hinaus. Die Learnings aus dem Projekt sorgen auch in 2026 für ein tolles Angebot für die Fahrgäste.“ Das Land und die beiden Kreise hatten sich Ende 2025 auf eine Fortführung von besonders erfolgreichen Teilen des Modellprojekts für ein weiteres Jahr verständigt. Dafür gibt das Land zusätzliche 2 Mio. Euro an Unterstützung. Auf diese Weise können die Kreise einen Teil der durch SMILE24 zusätzlich angebotenen Mobilitätsoptionen, wie schnelle Busverkehre zwischen den regionalen Zentren in Kombination mit dem On-Demand-Dienst NAHSHUTTLE, weiterführen. Thomas Detlefsen, Vertreter des Landrats des Kreises Schleswig-Flensburg, erklärte: „Insbesondere die Kombination aus schnellen, direkten Buslinien auf Hauptachsen und einer bedarfsorientierten Erschließung des ländlichen Raums durch Nahshuttles war ein Erfolg. Wir haben damit begonnen, weitere Buslinien nach dem Prinzip anzupassen und übertragen das Nahshuttle-Bediengebiet in den Bereich Hürup.“ Ingo Sander (CDU), Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde, ergänzte: „Mindestens stündliche Bus-Verbindungen von früh morgens bis spät abends sind attraktiv für die Fahrgäste. Durch das Nahshuttle erreichen wir nun auch die wirklich ländlichen Gebiete.“
Was bleibt und was geht
Zwischen den regionalen Zentren (Eckernförde, Schleswig, Kappeln, Süderbrarup, Böklund, Satrup, Flensburg) besteht auch 2026 mindestens im Stundentakt eine schnelle Busverbindung – und das auch am Wochenende. Die Feinverteilung der Fahrgäste auf die Dörfer und in die Fläche übernimmt weiterhin das Nahshuttle. Das Projekt hat aber auch gezeigt: Außerhalb des Schulverkehrs werden Linienbus-Angebote nicht gut angenommen, wenn die Busse seltener als stündlich fahren und mit Umwegen viele Zwischen-Stationen bedienen. Die saisonal entlang der Schleidörfer und der Ostseeküste getesteten Tourismus-Linien werden deshalb nicht mehr verkehren. Auch einige weitere Linien fahren ab 2026 nur noch im Schülerverkehr – die übrige Anbindung übernimmt bei Bedarf das Nahshuttle.
Die SMILE24-Car- und -Bike-Sharing-Angebote liegen nach Ende der Bundes-Förderperiode nun in den Händen der Kommunen. Das Bike-Sharing bleibt in Schleswig, im Amt Süderbrarup, in Maasholm und in Eckernförde erhalten. Vom Carsharing verbleiben in jedem Fall die frei zugänglichen Ladesäulen an den 12 Standorten in Gelting, Kappeln (2), Maasholm, Süderbrarup, Steinbergkirche, Tolk, Barkelsby, Damp, Fleckeby, Rieseby und Waabs. Außerdem hat die NAH.SH GmbH im Rahmen von SMILE24 ein modernes modulares System für Mobilitätsstationen entwickelt, das künftig auch andere Kommunen oder Bauvorhaben-Träger verwenden dürfen. Die beiden Mobilitätsstationen, die im Projektzeitraum realisiert werden konnten, sorgen in Twedt und im Damper Ortsteil Vogelsang-Grünholz für eine bessere Verknüpfung zwischen schnellem Busverkehr, Nahshuttle sowie Fußverkehr, Fahrrad und Pkw.
Was ist SMILE24?
SMILE24 – der Begriff steht für „Schlei-Mobilität: innovativ, ländlich, emissionsfrei und 24/7“ – brachte 2024 und 2025 den deutschlandweit umfangreichsten Nahverkehr im ländlichen Raum ins Rollen. Die Kreise Rendsburg-Eckernförde und Schleswig-Flensburg haben gemeinsam mit der NAH.SH GmbH und Fördermitteln von Bund und Land neue Wege in der ländlichen Mobilität beschritten. Das mit mehreren Preisen ausgezeichnete Konzept war Teil des Förderaufrufs für „Modellprojekte zur Stärkung des ÖPNV“ und hatte im Januar 2023 einen Zuwendungsbescheid über knapp 30 Mio. Euro vom Bundesministerium für Verkehr erhalten. Das Land Schleswig-Holstein förderte SMILE24 mit weiteren 7 Mio. Euro.
Text: NAH.SH GmbH/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Jonas Wresch



