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Messen, Technik

Stadler: Vierachsiges Kraftpaket

Auf der InnoTrans präsentiert Stadler die „EURO DuFour“, eine neue Generation von vierachsigen Elektro-Lokomotiven. Erstkunde ist SBB Cargo, bestellt sind bis zu 129 Maschinen.

21. September 2026

Eine Elektrolok steht zwischen zwei Messehallen.
Kompakt, kräftig und elegant: Die neue Stadler EURO DuFour mit der Achsfolge Bo’Bo’. Ausgestellt ist Re 494 003.

Der Hersteller Stadler und SBB Cargo, ein Tochter-Unternehmen der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB), hatten im September 2024 einen Rahmenvertrag über die Lieferung von 129 Lokomotiven des neuen Typs EURO DuFour unterzeichnet. Fest geordert sind 36 Maschinen. Auf der InnoTrans 2026 ist eine der ersten Loks, die bei SBB Cargo als Re 494 eingereiht werden, an prominenter Stelle auf den Ausstellungsgleisen zwischen den Hallen 2 und 4 zu sehen.

Mehr Leistung, Effizienz und Flexibilität

Der Vertrag umfasst 14 Elektro-Lokomotiven (25 kV 50 Hz AC und 15 kV 16,7 Hz AC) sowie 22 Hybrid-Maschinen, die jeweils mit zwei Traktionsbatterie-Modulen ausgestattet sind. Diese liefern eine Radleistung von bis zu 600 kW für den Betrieb auf der letzten Meile auf nicht elektrifizierten Strecken-Abschnitten wie Rangierbahnhöfen oder Anschlussgleisen. Die Batterie-Module können erweitert werden und bis zu 2 MW Leistung liefern. In Bezug auf Leistung, Effizienz und Flexibilität sind die vierachsigen Maschinen mit der Achsfolge Bo’Bo’ in Europa unübertroffen und bieten eine maximale Zugkraft von bis zu 350 kN sowie eine Zugleistung von 7 MW am Radkranz. Die erste Konfiguration, die für den Betrieb in der Schweiz, Deutschland und Österreich ausgelegt ist, kann zukünftig auf weitere Länder ausgeweitet werden. Dank ihres geringen Gewichts kann die EURO DuFour auch auf Nebenstrecken mit geringerer zulässiger Achslast betrieben werden. Für das Personal stehen zwei klimatisierte und ergonomische Fahrerkabinen mit universellem Zentralpult zur Verfügung.

Nachfolger der legendären Re 4/4 II

Die EURO DuFour basiert auf Subsystemen und Komponenten aus bewährten Lokomotiven der EuroDual- und E9000-Familie von Stadler. Die Leichtbau-Monocoque-Struktur aus hochfestem niedrig-legiertem Stahl verringert das Gewicht. Zudem sind die Maschinen für die Digital-Automatik-Kupplung (DAK) vorbereitet. Die 160 km/h schnellen Loks, die im Stadler-Werk in Valencia (Spanien) gefertigt werden, können nicht nur im Güter-, sondern auch im Personenverkehr eingesetzt werden. Damit knüpft die EURO DuFour direkt an die legendäre SBB-Universal-Elektrolok Re 4/4 II bzw. Re 420 an, von der zwischen 1964 und 1985 insgesamt 277 Maschinen gefertigt wurden. Die kurzen, leicht gebauten Loks, die ebenfalls die Achsfolge Bo’Bo’ haben, sind bei den SBB derzeit noch unverzichtbar.

Mehr über die InnoTrans-Neuheiten von Stadler und anderen Herstellern lesen Sie in Regionalverkehr 6-2026: Das Heft erscheint am 30. Oktober 2026 und ist im Bahnhofsbuchhandel erhältlich. Alternativ können Sie Regionalverkehr auch im Print- oder E-Paper-Abo beziehen.

Text: Stadler/red, Bild: Regionalverkehr

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