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Infrastruktur, Mobilität

Strecken-Sanierungen nicht zulasten der Reisenden

Westbahn und Bayerische Regiobahn (BRB), die beide auf der Achse München – Salzburg unterwegs sind, fordern von DB InfraGO eine planbare und fahrgastgerechte Durchführung von Baumaßnahmen.

23. Januar 2026

Ein Zug fährt auf einer zweigleisigen Strecke an Wiesen und einem See vorbei.
Ein Westbahn-Doppelstockzug ist auf dem Weg von München über Salzburg nach Wien unterwegs.
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Die umfangreichen Baumaßnahmen der DB InfraGO im Jahr 2026 sowie in den Folgejahren werden den Bahnverkehr im deutschen Streckennetz maßgeblich prägen. In einer gemeinsamen Pressekonferenz haben die Westbahn und die Bayerische Regiobahn (BRB) am 22. Januar 2026 klare Forderungen an die Bahntochter formuliert, damit Maßnahmen für eine bessere Planung, Koordination und Umsetzung der Sanierungs-Maßnahmen ergriffen werden. Beide Betreiber betonen: Die Sanierung und Modernisierung der Schienen-Infrastruktur ist notwendig. Doch Intensität, Dauer und Umsetzung der Arbeiten dürfen nicht zulasten der Reisenden gehen.

Kernforderungen an DB InfraGO

Seit 2022 fährt die Westbahn fünfmal täglich von München nach Wien, seit Dezember 2024 fahren zwei Verbindungen von Stuttgart über München bis Wien. Seitdem sind betriebliche Herausforderungen auf der Infrastruktur nahezu täglich Realität – von kurzfristig angekündigten oder verschobenen Baustellen über fehlende Abstimmungen bis hin zu unbesetzten Stellwerken und Fehlleitungen auf nicht zulässige Gleise. „Kurzfristige Baustellen, fehlende Abstimmungen und unklare Zuständigkeiten“, erläuterte Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch. „Das ist kein Ausnahmezustand, sondern gelebter Alltag. Das dürfen Fahrgäste und alle Mitarbeitende, die tagtäglich mit den Herausforderungen konfrontiert sind, nicht länger ausbaden. Jetzt ist der Zeitpunkt zu handeln. Es braucht endlich ein Baustellenmanagement, das funktioniert.“ Vor diesem Hintergrund hat die Westbahn drei zentrale Kernforderungen als Vorsätze für das Baustellenmanagement formuliert:

  • Baustellen sind kein Überraschungs-Ei: Es braucht mehr Vorlauf, frühzeitige Ankündigungen von Sanierungsmaßnahmen und klare Kommunikation. Kurzfristige Änderungen oder überraschende Bauzeitverlängerungen treffen am Ende immer die Reisenden.
  • Planungssicherheit ist kein Würfelspiel: Bahnverkehr braucht Verlässlichkeit und einen Plan, der hält. Kurzfristig gestoppte oder geänderte Bauabschnitte, fehlende Kapazitäten oder nicht besetzte Stellwerke bringen Fahrpläne und Betriebsabläufe durcheinander. Planung muss realistisch und verlässlich sein.
  • Schluss mit Zuständigkeits-Pingpong: Klare Verantwortungen statt Abstimmungschaos. Gerade im grenzüberschreitenden Verkehr braucht es klare Zuständigkeiten und eine funktionierende interne Kommunikation – vor allem zwischen Regionen und Leitstellen. Fehlleitungen und widersprüchliche Informationen müssen vermieden werden.

Mit diesen drei Kernforderungen soll die Perspektive der Bahnunternehmen fahrgastgerecht wieder ins Zentrum der Infrastruktur-Planung gerückt werden. Die Bahnunternehmen fordern dabei keine Einzelmaßnahmen, sondern ein funktionierendes Zusammenspiel von Planung, Bau und Betrieb. Posch: „Bahnunternehmen brauchen Verlässlichkeit, klare Kommunikation und Planungssicherheit aus einer Hand – das sind Mindestvoraussetzungen für einen funktionierenden Bahnbetrieb.“ Diese Grundsätze sollen verbindlich in der weiteren Planung und Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen der DB InfraGO verankert werden.

Auswirkungen der mangelnden Baustellen-Planung

Welche Auswirkungen die mangelnde Baustellen-Planung der DB InfraGO konkret hat, erläuterte BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann am Beispiel der vielbefahrenen Strecke des RE 5 München – Rosenheim – Salzburg. Diese ist bereits 2026 aufgrund der Generalsanierung Nürnberg – Regensburg – Passau von Einschränkungen und Zugausfällen betroffen. Kommt dann 2027 und 2028 die geplante Generalsanierung erst von Rosenheim bis Freilassing und anschließend von München bis Rosenheim, spitzt sich die Situation noch einmal zu. Dann heißt es für viele Fahrgäste „Bus statt Bahn“. Dabei stellen sich für die konkrete Umsetzung noch viele Fragen. Unter anderem ist das Sperrkonzept unklar: Statt Vollsperrungen könnte auch mit Eingleisigkeit gebaut werden, was die Möglichkeit zu ausgedünnten Fahrplänen bietet. Zudem ist aus Sicht der BRB der Bauumfang fragwürdig – viele Anlagen sind erst rund 20 Jahre alt und müssten noch nicht saniert werden. Die BRB hat zu den Planungen der DB InfraGo konkrete Alternativvorschläge eingereicht, die jedoch von den Verantwortlichen bislang ohne Rückmeldung blieben. „Man lässt uns am ausgestreckten Arm verhungern und verweigert uns einen zielgerichteten Dialog“, so Schuchmann.

Beim geplanten Schienenersatzverkehr (SEV) für den RE 5 werden die benötigten Busse zwar von der DB InfraGo organisiert, jedoch soll die BRB unter anderem Beschwerden beantworten, obwohl sie keinen direkten Kontakt zu den Busunternehmen hat. Das Ergebnis: Fahrgäste erwarten Antworten, die die BRB ohne Informationen nicht geben kann. Nicht zuletzt bleibt das grundsätzliche Thema der Fahrgast-Information, die bereits heute nicht zufriedenstellend funktioniert, da technische Vorgaben flexible Lösungen blockieren und die aktuelle Informations-Struktur zu starr ist, um auf kurzfristige Baustellen-Änderungen zu reagieren. Schuchmann fordert daher: „Fahrgastinfo muss neu gedacht und schneller, flexibler sowie verlässlicher im Sinne unserer Fahrgäste werden.“

Die gesamte Pressekonferenz wurde von „Bahnblogstelle“ aufgezeichnet und kann hier eingesehen werden. 

Text: Westbahn/BRB/red, Bild: Westbahn

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