
Das Netz 66 umfasst eine S-Bahn- und eine RE-Linie mit bis zu 2,9 Mio. Zug-km pro Jahr. An der Ausschreibung hatten sich drei Unternehmen beteiligt, von denen zwei ein letztverbindliches Angebot abgegeben hatten. Der SWEG war der Zuschlag zu erteilen, da sie das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hatte.
Das Netz 66 „Übergangs-Ausschreibung Hochrhein“
Das Netz 66 erstreckt sich über die so genannte Hochrheinstrecke von Basel Bad Bf über Waldshut, Erzingen, Schaffhausen und Singen (Hohentwiel) nach Radolfzell. In Singen trifft die Hochrheinstrecke auf die Schwarzwaldbahn von Offenburg über Donaueschingen, Singen und Radolfzell nach Konstanz. Die Leistungen im Netz 66 umfassen die S7 von Basel nach Waldshut, auf der täglich im Stundentakt und zu den Hauptverkehrszeiten halbstündlich gefahren wird, sowie den RE3 von Basel über Waldshut nach Radolfzell. Dieser verkehrt täglich im Stundentakt. Hinzu kommen montags bis freitags zwei S7-Zugpaare zwischen Waldshut und Erzingen sowie ein RE-Zugpaar von Radolfzell nach Offenburg über die Schwarzwaldbahn. Letzteres dient vor allem der Zuführung der Triebzüge in die SWEG-Werkstatt in Offenburg. „Ich habe heute den Vertrag für das Netz 66 vergeben, das Basel mit dem Bodensee verbindet“, sagte die neue baden-württembergische Verkehrsministerin Nicole Razavi (CDU) am 9. Juli 2026 in Stuttgart. Mit der Übergangs-Ausschreibung soll der elektrische Bahnbetrieb am Hochrhein bis zur nächsten langfristigen Vergabe sichergestellt werden. Razavi: „Wir gehen dabei davon aus, dass die Hochrheinstrecke bis zum Dezember 2027 elektrifiziert sein wird, also dass DB InfraGo dieses selbstgesteckte Ziel einhält.“ Der Verkehrsvertrag mit der SWEG beginnt zum Fahrplan-Wechsel am 12. Dezember 2027 und läuft bis Ende 2032. Derzeit wird die Relation von DB Regio mit Dieseltriebwagen bedient.
Neue Mireo-Triebzüge
Auf der S7 und dem RE3 sollen 19 elektrisch betriebene Mireo-Triebzüge von Siemens zum Einsatz kommen. Razavi sagte: „Die Mireo-Züge sind effiziente und klimafreundliche Fahrzeuge, die unseren Fahrgästen hohen Komfort und Platz bieten. Die Beschaffung durch das Land erfolgte zudem inklusive eines Instandhaltungs-Vertrags, der die Wartung durch Siemens über die Vertragslaufzeit sicherstellt.“ Bei den neuen Zügen handelt sich um dreiteilige Einheiten mit einer Länge von 69,9 m, die 218 Sitz- und 216 Stehplätze sowie 21 Fahrrad-Stellplätze bieten. In die klimatisierten Fahrzeuge kann barrierefrei eingestiegen werden. Im Mehrzweckbereich für Rollstuhlfahrer befindet sich ein Universal-WC. Abhängig von der Nachfrage können die Mireo-Triebzüge in Einfach- und Doppeltraktion verkehren. Die Instandhaltung erfolgt durch die SWEG als Unterauftragnehmer des Herstellers in Offenburg.
Text: VM Baden-Württemberg/red, Bild: Siemens Mobility


