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Mobilität

TGB: Geointelligenz im Schienenverkehr

Das European Train Control System (ETCS) verspricht Einheitlichkeit im Schienenverkehr. Rund 13.000 Bestandsfahrzeuge müssten allein hierzulande nachgerüstet werden – dafür soll es Fördermittel geben.

9. Juni 2026

Ein Triebzug von DB Regio fährt an einem überdachten Bahnsteig ein.
Bestandsfahrzeuge müssen mit ETCS nachgerüstet werden. Hier ein Triebzug von DB Regio bei der Einfahrt in den Bahnhof Hamburg Dammtor.
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Der europäische Schienenverkehr steht vor einem tiefgreifenden Wandel: einheitlichere Standards über Ländergrenzen hinweg, mehr Kapazität und eine digitale Betriebslogik. Zugrunde liegt das European Train Control System (ETCS), das die Zugsteuerung standardisiert und nationale Insellösungen durch ein gemeinsames technisches Fundament ersetzt. Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) will die Bundesförderrichtlinie zur ETCS-Nachrüstung bei rund 13.000 Bestandsfahrzeugen in Kürze veröffentlichen und private Bahnunternehmen zur sauberen Erfassung georeferenzierter Informationen verpflichten. Das oberbayerische Deep-Tech-Unternehmen The Green Bridge (TGB) weiß, wie Eisenbahnverkehrsunternehmen diese Herausforderung innerhalb weniger Wochen meistern können, um das Förderfenster zu nutzen.

Digitalisierung der Schiene

Mit ETCS verändert sich die Rolle der Schiene grundlegend. Bewegungsdaten von Zügen stehen in hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung zur Verfügung, Kommunikations-Prozesse laufen kontinuierlich und Infrastruktur-Zustände lassen sich digital abbilden. Der Bahnverkehr entwickelt sich zu einem System, das sich in seiner Steuerungslogik an Luftverkehr und datenbasierter Logistik orientiert. Noch sieht die Realität des europäischen Netzes jedoch so aus: Hohe Investitionsbedarfe für Fahrzeuge und Infrastruktur treffen auf gewachsene Systeme, die weiterhin betrieben werden müssen. Der parallele Einsatz alter und neuer Technik erhöht die Komplexität, während begrenzte Fachkräfte und industrielle Kapazitäten die Umsetzung verlangsamen. Unterschiedliche nationale Prioritäten und Finanzierungszyklen verstärken die Dynamik. Gerade im Güterverkehr verdichten sich diese Faktoren, da internationale Verkehre, stark ausgelastete Korridore und heterogene Netze aufeinandertreffen. Private Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) arbeiten häufig mit fragmentierten Betriebsdaten. Fahrzeugpositionen, Gleisbelegung, Umschlagstatus, Einsatzräume und Dokumentationsstände liegen oft in verschiedenen Systemen oder teils noch analog vor. Für ETCS-Förderanträge ein praktisches Hindernis: Ohne strukturierte, georeferenzierte Fahrzeug- und Betriebsdaten gestaltet sich die Antragstellung aufwendig und fehleranfällig.

Zusammenhänge im Raum

Vor diesem Hintergrund gewinnt Geointelligenz an strategischer Bedeutung. Sie verknüpft Datenströme mit ihrem räumlichen Kontext und schafft damit ein präzises Lagebild des Netzes. Informationen aus ETCS, Infrastruktur-Zuständen, Fahrplänen sowie externe Einflüsse wie Wetterereignisse oder Baustellen lassen sich zusammenführen und in ihrer Wirkung auf Verkehrsströme analysieren. Der Blick auf einzelne Züge reicht nicht mehr aus, denn das Verständnis von Zusammenhängen im Raum entscheidet. Wo führt Digitalisierung tatsächlich zu mehr Kapazität, wo bleiben physische Grenzen bestehen? Es geht darum, Daten in räumliche Zusammenhänge zu übersetzen und daraus handlungsrelevante Erkenntnisse abzuleiten.

Auf einen Schlag KI-ready

Das TGB-System macht sich zwei offene Standards und das EU-EEA-Referenzraster zu eigen: Mit Open AreaSeals und Open geoGRIM gelingt es, einen digitalen Zwilling aller Systeme und Datenquellen auf einem mehrschichtigen Schachbrettmuster abzubilden. Versehen mit räumlich-zeitlichen Stempeln, transformieren sich fragmentierte zu direkt maschinenlesbaren Informationen. Dank Geointelligenz verarbeiten Business Intelligence (BI), Machine Learning (ML) und Large Language Model (LLM) sie in Echtzeit weiter, decken Beziehungen, Muster und Trends auf und ermöglichen datengesteuerte Entscheidungen. Der Vorteil für EVU, die vor der ETCS-Einführung stehen: Sie erhalten anstatt einer zusätzlichen Insellösung eine intelligente Datenbasis, die KI-ready und mitwachsend als Förder-Enabler fungiert. 

Über The Green Bridge GmbH

Das 2021 von Prof. Dr. Roman Brylka und Dipl.-Ing. Christian Mayerhofer gegründete Deep-Tech-Unternehmen The Green Bridge hat ein cloudbasiertes Ökosystem entwickelt, das Geoinformationen für Geschäftsprozesse nutzbar macht. Kernstück dieser Infrastruktur ist ein skalierbares Datenmodell, das Geoinformationen eindeutig räumlich identifiziert, in bestehende Systeme integriert, standardisiert aufbereitet und mit Inhalten jeglicher Quellen verbindet. Die Systemstruktur erfüllt die vier Grundprinzipien revisionssicherer Datenhaltung: Vollständigkeit, Nachvollziehbarkeit, Unveränderbarkeit und Zeitbezug. The Green Bridge hat seinen Sitz in Geretsried bei München und beschäftigt weltweit 35 Mitarbeiter.

Text: Borgmeier Public Relations/red, Bild: Regionalverkehr

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