
Görlitz und Zwickau setzen bei neuen Straßenbahnen auf TINA („Total integrierter Niederflurantrieb“): Damit haben sich bereits acht europäische Städte für die komfortablen Niederflurbahnen des Herstellers Stadler entschieden – die bisherigen Besteller sind Basel, Dortmund, Rostock, Den Haag, Halle (Saale) und Gera.
Dreiteilige Zweirichtungsbahnen
Der Einsatz ist auf den meterspurigen Netzen in Görlitz und Zwickau vorgesehen, und die Inbetriebnahme erfolgt ab 2028. An die Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB) gehen acht dreiteilige Zweirichtungsbahnen, die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau (SVZ) erhalten sechs dreiteilige Einheiten. Mit dem Auftrag setzen beide Verkehrsunternehmen langfristig auf eine moderne Straßenbahnflotte. Die für Sachsen vorgesehenen Fahrzeuge sind rund 30 m lang, vollständig niederflurig und konsequent auf Barrierefreiheit ausgelegt. Drei breite Doppeltüren auf jeder Fahrzeugseite, stufenlose Übergänge sowie großzügige Multifunktionsbereiche erleichtern den Zugang für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität ebenso wie für Personen mit Kinderwagen oder Gepäck. Im Inneren schaffen hohe Decken und große Panoramafenster ein offenes, helles Raumgefühl, Klimaanlagen sorgen für angenehme Temperaturen und moderne Fahrgast-Informationssysteme mit großen Monitoren von Vianova Technologies bieten klare Orientierung.
Vorteile auch für Personal und Betreiber
Gleichzeitig sind die TINA-Straßenbahnen auch auf die Bedürfnisse der Betreiber ausgelegt. So sind die ergonomisch gestalteten Fahrerstände beispielsweise mit dem Stadler‑UNIBOARD® ausgestattet, das zentrale Fahrzeugfunktionen übersichtlich bündelt. Assistenzsysteme, wie zum Beispiel ein Kollisions-Warnsystem, das den Bereich vor der Straßenbahn überwacht und das Fahrpersonal bei potenziellen Gefahren-Situationen frühzeitig warnt, unterstützen sicheres und konzentriertes Fahren. Energieeffizienz, Wartungsfreundlichkeit und eine hohe Standardisierung über verschiedene Fahrzeugvarianten hinweg ermöglichen einen wirtschaftlichen und langfristig stabilen Betrieb.
Gezielt angepasste Bahnen
„Wir freuen uns sehr, dass sich zwei Verkehrsunternehmen mit unterschiedlichen betrieblichen Ausgangslagen gemeinsam für die TINA entscheiden. Das zeigt die Skalierbarkeit und Einsatzbreite unserer Straßenbahn“, sagte Dr. Ansgar Brockmeyer, Leiter Marketing & Verkauf sowie stellvertretender Group CEO von Stadler. „Wir entwickeln TINA partnerschaftlich mit unseren Kunden weiter und passen sie gezielt an die Anforderungen des jeweiligen innerstädtischen Betriebs an.“ Der Hersteller begleitet die Projekte von der Auslegung über Fertigung und Zulassung bis zur Inbetriebnahme in enger Zusammenarbeit mit den Verkehrsunternehmen. Ziel ist es, pünktlich verfügbare Fahrzeuge mit hoher Qualität und langfristiger Betriebssicherheit bereitzustellen. Gefertigt werden die Fahrzeuge von Stadler in Polen.
Ursprünglich hatten die Verkehrsbetriebe in Görlitz und Zwickau Straßenbahnen bei der HeiterBlick GmbH, die Aufträge nach der Insolvenz des Herstellers aber storniert. Gemeinsam mit den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) sollten Einheiten der so genannten Sächsische Plattform beschafft werden.
Text: Stadler/red, Bild: Stadler


