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VDV: Sicherheit braucht Finanzierung

Eine Befragung von ÖPNV-Kunden zeigt, dass Video-Überwachung und Ticket-Kontrollen in Bahn und Bus auf Zustimmung treffen. Um die Finanzierung dieser Maßnahmen soll es auf der 2. ÖPNV-Sicherheitskonferenz in Berlin gehen.

16. September 2026

Eine Person steht vor Gleisen mit einer Lokomotive.
Sicherheitsmaßnahmen müssen nicht nur aus Sicht der Fahrgäste, sondern auch mit Blick auf die Beschäftigten und die kritische Infrastruktur betrachtet werden.

Alle zwei Jahre befragt das unabhängige Meinungsforschungsinstitut KANTAR im Auftrag des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) Fahrgäste nach ihrer Zufriedenheit mit dem ÖPNV. Dieses Jahr gab es erstmals eine Sonderauswertung zum Thema Sicherheit. 

Zentrales Leistungs-Versprechen des ÖPNV

Die Befragung der insgesamt 2213 Kundinnen und Kunden des ÖPNV ergab dabei eine hohe Zustimmung zu zentralen Sicherheitsmaßnahmen im ÖPNV: 77 % der Befragten sprechen sich für eine Videoüberwachung im ÖPNV aus, 74 % sind dafür, dass regelmäßige Ticket-Kontrollen durchgeführt werden. Besonders stark prägen der Sicherheits- und Abschreckungsnutzen sowie konkrete Maßnahmen bei Kontrollen die Wahrnehmung der Fahrgäste. Etwaige Datenschutz-Bedenken sind zwar vorhanden, prägen die Bewertung jedoch deutlich schwächer als das Sicherheitsgefühl, die Schutzwirkungen und die Kontroll-Akzeptanz. „Persönliche Sicherheit ist ein zentrales Leistungsversprechen des ÖPNV – gegenüber den Fahrgästen ebenso wie gegenüber den Beschäftigten der Verkehrsunternehmen“, sagt VDV-Präsident Ingo Wortmann. Für die Verkehrsbranche seien die Ergebnisse der Befragung ein klarer Auftrag, Sicherheit sichtbar, wirksam und personell verlässlich zu gestalten. Wortmann: „Das erfordert auch eine verlässliche Finanzierung, denn Sicherheitsmaßnahmen kosten Geld, das Bund und Länder bereitstellen müssen. Genau darüber müssen wir gemeinsam mit Politik, Behörden und Unternehmen sprechen – bei der 2. ÖPNV-Sicherheitskonferenz am 5. und 6. Oktober 2026 in Berlin.“

Nicht zum Nulltarif

Dass die persönliche Sicherheit nicht nur ein entscheidendes Versprechen für die Fahrgäste in Bus und Bahn, sondern auch ein wesentlicher Faktor für die Mitarbeitenden der Verkehrsunternehmen ist, steht in diesem Jahr besonders im Fokus. Nach der Auftakt-Veranstaltung im Mai 2025 geht es bei der 2. ÖPNV-Sicherheitskonferenz um die aktuelle Lage, um neue Erkenntnisse aus den vergangenen Monaten sowie um den Austausch über Herausforderungen und Lösungsansätze. Wortmann: „Sicherheitsmaßnahmen, zusätzliche Präsenz, Qualifizierung und technische Ausstattung sind nicht zum Nulltarif zu haben. Wenn Sicherheit im ÖPNV dauerhaft gestärkt werden soll, müssen Bund und Länder dafür die finanziellen Voraussetzungen schaffen.“

Personal: Schutz schafft Vertrauen

Für die Branche ist besonders wichtig, dass Sicherheitsmaßnahmen nicht nur aus Sicht der Fahrgäste, sondern auch mit Blick auf die Beschäftigten betrachtet werden. Eine Sonder-Auswertung der Umfrage zeigt, dass Bodycams oder der Einsatz von zwei Mitarbeitenden insbesondere mit dem Schutz des Kontrollpersonals verbunden werden. Zugleich wird deutlich: Je positiver das Auftreten des Kontrollpersonals wahrgenommen wird, desto höher ist auch die Zustimmung zu Ticket-Kontrollen. Sicherheit ist damit immer auch eine Frage von Präsenz, Professionalität und personeller Ausstattung. „Sicherheit im ÖPNV braucht klare Zuständigkeiten, wirksame Maßnahmen und gut vorbereitete Beschäftigte. Wer mehr Schutz für Fahrgäste und Mitarbeitende will, muss Prävention, Qualifizierung und konkrete Unterstützung im Betriebsalltag zusammendenken“, unterstrich Wortmann.

Ebenfalls im Blick: die Infrastruktur

Ergänzend rückt die 2. ÖPNV-Sicherheitskonferenz einen zweiten Themenblock in den Fokus: die Sicherheit in der Mobilitäts-Infrastruktur. Angesichts der wachsenden Anforderungen an die Absicherung kritischer Infrastruktur gegen unterschiedliche Formen von Angriffen gewinnt dieser Aspekt für Verkehrsunternehmen, Aufgabenträger und Politik weiter an Bedeutung. Die Veranstaltung beleuchtet damit sowohl die Sicherheitslage im unmittelbaren Fahrgast- und Betriebsumfeld als auch die Resilienz der Infrastruktur.

Konferenz: Austausch ermöglicht Lösungen

Die 2. ÖPNV-Sicherheitskonferenz richtet sich an Mitarbeitende aus Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünden ebenso wie an Akteure aus Behörden, Sicherheits-Organisationen, sozialen Einrichtungen sowie an Industrie und Dienstleister, die mit Security im ÖPNV befasst sind. Neben Fachvorträgen und Diskussionen bietet die Konferenz Raum für den Austausch untereinander und mit den Referierenden. Ziel ist es, Perspektiven zusammenzuführen, Praxisbeispiele sichtbar zu machen und tragfähige Ansätze für mehr Sicherheit im Nahverkehr weiterzuentwickeln. Der VDV sieht in der Konferenz deshalb einen wichtigen Ort für Übersicht über die aktuelle Lage, für Praxisbeispiele und für Debatten zur Security im Nahverkehr. 

Weitere Informationen zur 2. ÖPNV-Sicherheitskonferenz, die am 5. und 6. Oktober 2026 in Berlin stattfindet, gibt es hier.

Text: VDV/red, Bild: Regionalverkehr

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