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Infrastruktur, Mobilität

Von der Stadtbahn zur Fahrradbahn

Auf der so genannten Vaihinger Stadtbahn von Vaihingen (Enz) Nord nach Enzweihingen fahren schon lange keine Züge mehr. Stattdessen sind auf der Trasse Radfahrer zur „neuen“ Station Vaihingen (Enz) unterwegs.

7. Juli 2026

Eine Bank steht auf einem Bahnsteig an einer Bahnstrecke ohne Gleise.
Die Vaihinger Stadtbahn führte unter der SFS Stuttgart – Mannheim hindurch. Der gepflasterte Bahnsteig des alten Haltepunkts „Vaihingen (Enz) WEG“ ist nun Teil der Rampe zum neuen Bahnhof hinauf.
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Erst 1991 eröffnete man im Verlauf der Vaihinger Stadtbahn, die von der Württembergischen Eisenbahn-Gesellschaft (WEG) betrieben wurde, den neuen Haltepunkt „Vaihingen (Enz) WEG“. Dieser lag „unter“ dem ebenfalls neuen DB-Bahnhof Vaihingen (Enz), ist aber längst schon wieder Geschichte. Wo früher Triebwagen hielten, sind heute Fahrradfahrer unterwegs … 

Rückblick

Die im Juni 1991 von der Deutschen Bundesbahn (DB) eröffnete Schnellfahrstrecke (SFS) Stuttgart – Mannheim kreuzt westlich von Vaihingen an der Enz die Bahnlinie Stuttgart – Pforzheim. Um in der Region einen leistungsfähigen Umsteigeknoten zwischen Nah- und Fernverkehr zu schaffen, errichtete die Bahn an der SFS die neue Station Vaihingen (Enz), die im Norden der 28.000-Einwohner-Stadt liegt. Die Bahnlinie Stuttgart – Pforzheim wurde entsprechend verschwenkt und kreuzungsfrei in den Neubau eingefädelt. Aufgegeben wurde dafür die Streckenführung über den viel weiter nördlich gelegenen Bahnhof Vaihingen (Enz) Nord, Ausgangspunkt der 7 km langen „Vaihinger Stadtbahn“. Die am 16. Oktober 1904 von der WEG eröffnete Stichstrecke hatte bisher die Stadt Vaihingen sowie die in den 1970er Jahren eingemeindete Ortschaft Enzweihingen ans Bahnnetz angebunden. 

Ein Tunnel für die Stadtbahn

Aufgrund des starken Schülerverkehrs konnte auf die Stadtbahn Anfang der 1990er Jahre aber noch nicht verzichtet werden. So wurde sie durch eine 170 m lange Unterführung unter der neuen Station Vaihingen (Enz) und der SFS hindurch geleitet. Nördlich des „Tunnels“ wurde der Haltepunkt „Vaihingen (Enz) WEG“ als neue Umsteigestation zur DB errichtet. Der Weg hinauf zum Fernbahnhof führte über eine lange Treppe – an Barrierefreiheit dachte damals noch niemand …

Rückgang der Fahrgastzahlen und Einstellung

Mit Inbetriebnahme der Station Vaihingen (Enz) wurde auch der Busverkehr neu geordnet, was auf der Stadtbahn zu einem erheblichen Rückgang der Fahrgastzahlen führte. So dünnte man den Fahrplan immer weiter aus, und Ende 2002 stellte die WEG den Zugverkehr schließlich ein. Da es auf der Stadtbahn auch keinen Güterverkehr mehr gab, lagen die Gleise fortan brach. Bemühungen zur Wiederinbetriebnahme, beispielsweise durch eine Integration der Strecke in das Netz der Stuttgarter S-Bahn, zerschlugen sich. 

Radweg ersetzt Gleise

Damit die Bürger auch ohne Auto oder Bus einfach und sicher zur Station an der SFS kommen, entschied der Vaihinger Stadtrat nach Jahren des Stillstands, auf Teilen der Stadtbahntrasse einen Fahrradweg anzulegen. Seit 2020 ersetzt der Radweg zwischen Vaihingen (Enz) Nord und dem alten Stadtbahnhof die Gleise. Am erst 1991 eröffneten Zwischenstopp Vaihingen (Enz) WEG wurde eine geschwungene Rampe hinauf zur DB-Station Vaihingen (Enz) angelegt. Hier stehen abschließbare Fahrradboxen zur Verfügung, sodass auch teure E-Bikes sicher untergebracht werden können. Die Stadtbahn, die zur „Vaihinger Fahrradbahn“ wurde, wird von den Bürgern gut angenommen. Nur zwischen Vaihingen und Enzweihingen liegen noch die alten Gleise und rosten vor sich hin …

Text und Bild: red

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