
Damit werden die Voraussetzungen geschaffen, um die nächsten Planungsschritte für eine bauliche Erweiterungen der Strecke auf den Weg zu bringen. Bereits eine vom VRR beauftragte Machbarkeitsstudie hatte die grundsätzliche Durchführbarkeit einer Reaktivierung für den Personenverkehr bestätigt.
Projekt stärkt Mobilität und Netzresilienz in der Region
„Wir wollen dieses Projekt“, betonte VRR-Vorstand Oliver Wittke am 10. Juli 2026. Die Ratinger Weststrecke, eine Bahnverbindung zwischen Düsseldorf und Duisburg über Lintorf und Ratingen-West, bietet große Chancen für den Schienenverkehr in der Region. Wittke: „Alle Beteiligten unterstützen das Projekt und sind bestrebt, es voranzubringen. Dabei bleibt die Wirtschaftlichkeit auch künftig ein zentraler Bewertungsmaßstab für die Realisierung des Vorhabens.“ Gemeinsam mit den Städten Düsseldorf, Duisburg und Ratingen sowie dem Kreis Mettmann verfolgt der VRR das Ziel, die heute überwiegend vom Güterverkehr genutzte Strecke langfristig wieder für den Personenverkehr nutzbar zu machen. Hierzu haben alle beteiligten Gebietskörperschaften und der VRR bereits eine Kooperations-Vereinbarung zur Zusammenarbeit geschlossen. Die Reaktivierung soll die Schienen-Verbindungen im stark belasteten Verkehrskorridor zwischen Düsseldorf und Duisburg stärken und einen wichtigen Beitrag zur Leistungsfähigkeit des regionalen Bahnnetzes leisten. Die Planungen werden dabei eng mit den kommunalen Verkehrs- und Stadtentwicklungs-Planungen in Ratingen und Duisburg abgestimmt. Die baulichen Maßnahmen sollen nicht isoliert betrachtet werden, sondern als Bestandteil einer langfristigen Entwicklung von Mobilität, Wohnstandorten und Wirtschaftsflächen in der Region dienen.
Entwicklung eines BIM-Modells
Die nun vereinbarten Planungsleistungen der Leistungsphase 1+ nach HOAI (Honorar-Ordnung für Architekten und Ingenieure) sollen ein belastbares Bild über die erforderlichen Infrastruktur-Maßnahmen und eine verlässliche Prognose der Kosten einer Erweiterung der Ratinger Weststrecke liefern. Dafür werden die bestehenden Rahmen-Bedingungen analysiert, erste Planungskonzepte entwickelt und die notwendigen Investitionen konkretisiert. Neben der Bestandsaufnahme wird die Leistungsphase 1+ nach HOAI auch einzelne Inhalte der Leistungsphase 2 abdecken. Dies sind insbesondere die so genannte Bestands-Modellierung durch Entwicklung eines BIM-Modells (Building Information Modeling). Dabei handelt es sich um ein 3D-Modell, das alle Informationen zu geometrischen Daten, Kosten, Terminen und technische Anlagen zusammenfasst. Die BIM-Methode ist bei der DB InfraGo Planungsstandard und soll helfen, Probleme frühzeitig zu erkennen und den Bauprozess effizienter zu gestalten
Große Bedeutung für die Netzresilienz
Die Ratinger Weststrecke besitzt eine hohe Bedeutung für die so genannte Netzresilienz. Die bestehende Hauptstrecke zwischen Düsseldorf und Duisburg zählt zu den am stärksten belasteten Eisenbahn-Korridoren Deutschlands. Eine zusätzliche Verbindung über Ratingen würde die Flexibilität des Gesamtsystems erhöhen und im Störungs- oder Baustellenfall wichtige Ausweichmöglichkeiten schaffen.
Langfristiges Vorhaben
Auch wenn die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Ratinger Weststrecke kein kurzfristig umsetzbares Vorhaben ist, sehen die Projektpartner in ihr weiterhin einen wichtigen Baustein für die langfristige Mobilitätsentwicklung der Region. Die Leistungsphase 1+ ist dabei die zentrale Grundlage für die Weiterführung der Planungen bis hin zur baulichen Realisierung. Alle Beteiligten ziehen dabei an einem Strang – und alle wollen das Projekt voranbringen.
Text: VRR/red, Bild: Regionalverkehr


