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Infrastruktur

Wieder Züge zwischen Hamburg und Berlin

Am 14. Juni 2026 wurde die 278 km lange Bahnstrecke Hamburg – Berlin nach der Korridor-Sanierung auf voller Länge wieder in Betrieb genommen. Zunächst kann es noch zu Verzögerungen kommen.

15. Juni 2026

Ein Zug fährt auf einer zweigleisige Strecke.
Nach der Korridorsanierung rollen die Züge wieder zwischen Alster und Spree, hier ein Vectron der Tschechischen Bahnen (ČD) mit einem ICE L bei Nauen.
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Die DB InfraGO hat die Korridor-Sanierung auf Deutschlands wichtigster Städteverbindung zwischen Hamburg und Berlin abgeschlossen. Nachdem der Abschnitt von Hamburg bis Hagenow Land seit dem 15. Mai 2026 wieder in Betrieb ist, rollen seit dem 14. Juni 2026 wieder Fern-, Regional- und Güterverkehrszüge durchgehend über die 278 km lange Strecke. 

Noch nicht komplett fertig

Ursprünglich sollten die Züge zwischen Hamburg und Berlin bereits seit dem 30. April 2026 wieder fahren. Wochenlang anhaltender Frost und eine nahezu durchgängig geschlossene Schneedecke hatten seit Anfang Januar die Bauarbeiten aber ausgebremst, sodass die Bahn im März ein Wiederinbetriebnahme-Konzept in zwei Schritten für die Monate Mai und Juni 2026 angekündigt hatte. Auch zum 14. Juni 2026 ist man nicht komplett fertig geworden: In den nächsten Tagen finden auf einigen Streckenabschnitten noch Abnahmefahrten statt. Bis diese vollständig abgeschlossen sind, werden hier noch Geschwindigkeits-Einschränkungen für Fernzüge erforderlich sein, die sich in Teilen auch auf den Regionalverkehr auswirken können. Die angepassten Fahrpläne und Verspätungsprognosen werden über die Auskunftsmedien der Deutschen Bahn (DB AG) kommuniziert. Entlang der Strecke sind so genannte Fachteams unterwegs, um etwaige einzelne Störungen, die in den ersten Wochen auftreten können, schnellstmöglich zu beseitigen. Zwischen Hamburg und Berlin sowie den verschiedenen Regionen, die dieser Schienenkorridor miteinander verbindet, finden in Summe täglich 470 Zugfahrten im Fern-, Regional- und Güterverkehr statt.

Umfangreiche Baumaßnahmen

Rund 1000 Mitarbeitende der DB AG und der Bauunternehmen haben seit dem 1. August 2025 die überalterte und störanfällige Infrastruktur erneuert. Insgesamt wurden 165 km Gleise und 249 Weichen erneuert sowie sieben neue Überleitstellen (für mehr Flexibilität im Zugverkehr) eingerichtet. Außerdem errichtete die Bahn sechs neue Stellwerke und modernisierte 19 Stellwerke. Darüber hinaus wurden 28 Bahnhöfe modernisiert und im Bereich Wohltorf/Aumühle knapp 5 km Lärmschutzwände erneuert. Technik und Stellwerke sind jetzt für das europäische Zugbeeinflussungssystem (ETCS) vorbereitet. Die gesamte Strecke wurde zudem für den zukünftigen 5G-Bahnfunk (FRMCS) ertüchtigt und ermöglicht die Ausrüstung mit zusätzlichen Mobilfunkanlagen für besseren Handyempfang. Fahrgäste und Güterverkehrskunden profitieren nach Angaben der Bahn langfristig von einer modernen, verlässlichen Strecke und von mehreren Jahren ohne größere Bauarbeiten. 

Umfangreiche Bauarbeiten in den Bahnhöfen

In den 28 Bahnhöfen entlang der Strecke wurden die Bahnsteige verlängert und erhöht, Dächer verlängert und Wegeleitsysteme für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen installiert. Viele Stationen erhielten neu gestaltete Personen-Unterführungen, zusätzliche Sitz- und Wartemöglichkeiten, bessere Fahrradparkplätze und regionale Gestaltungskonzepte. Ein besonderes Beispiel ist der Bahnhof von Wittenberge in Brandenburg, wo es gemeinsam mit der Stadt gelungen ist, Bahnhof und Umfeld mustergültig zu renovieren.

An einigen Stationen finden noch Restarbeiten statt. Aus diesem Grund sind die Bahnsteige in Müssen, Nauen, Falkensee und Albrechtshof vorübergehend noch nicht oder nur eingeschränkt barrierefrei erreichbar. Für mobilitätseingeschränkte Reisende gibt es ein Ersatzkonzept.

Bahn zieht positive Bilanz

Zum Abschluss der Bauarbeiten zieht die DB AG eine positive Bilanz zum Verkehrskonzept für die Reisenden. Fernverkehrszüge und einzelne Regionalzüge verkehrten in den vergangenen Monaten zuverlässig auf Umleitungsstrecken. Im Regionalverkehr wurde gemeinsam mit den Ländern ein umfangreicher Ersatzverkehr mit 170 Bussen auf die Straße gebracht. Seit Mitte August 2025 haben diese rund 25 Mio. km zurückgelegt.

Nächste Meilensteine im Hochleistungsnetz

Nach Hamburg – Berlin stehen noch in diesem Sommer weitere wichtige Bahnstrecken nach ihrer Sanierung wieder zur Verfügung: In rund einem Monat wird die DB InfraGO die Korridorsanierung der Streckenabschnitte Hagen – Wuppertal – Köln und Nürnberg – Regensburg abschließen. Dann werden bereits rund 580 km des künftigen Hochleistungsnetzes grundlegend modernisiert sein. Und es geht kontinuierlich weiter: Ebenfalls am 14. Juni 2026 begannen die Bauarbeiten der Korridor-Sanierung zwischen Obertraubling (nahe Regensburg) und Passau. Mitte Juli starten zudem die Arbeiten zwischen Wiesbaden und Troisdorf (nahe Köln) entlang der rechten Rheinstrecke.

Text: DB AG/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben

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