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Infrastruktur, Mobilität

„Zufriedenheit wäre fehl am Platz“

Die DB AG hat ihre Zahlen für das Jahr 2025 vorgestellt: Bis auf DB Cargo haben alle Geschäftsfelder ein positives operatives Ergebnis erreicht, doch viele Baustellen haben die Pünktlichkeit ausgebremst.

30. März 2026

Ein ICE hält an einem Bahnsteig in einer Bahnhofshalle, auf dem Bahnsteig stehen Reisende.
Ein ICE beim Zwischenstopp in Frankfurt (Main) Hbf.
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Die Deutsche Bahn (DB AG) hat im Geschäftsjahr 2025 operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Konzernumsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 3 % auf rund 27 Mrd. Euro gestiegen. Das operative Konzernergebnis hat sich (vor Steuern) um 630 Mio. Euro auf plus 297 Mio. Euro verbessert. Unter dem Strich bleibt das Jahresergebnis nach Steuern mit minus 2,3 Mrd. Euro aber deutlich negativ. Unter Berücksichtigung der Effekte aus dem Schenker-Verkauf erzielte der DB-Konzern einen Jahresüberschuss von 5,3 Mrd. Euro.

Netto-Finanzschulden sind auf rund 20,7 Mrd. Euro gesunken

„Zufriedenheit wäre fehl am Platz“, sagte DB-Chefin Evelyn Palla am 27. März 2026 in Berlin: „Erst wenn wir wieder nachhaltig Jahresüberschüsse erwirtschaften und Investitionen aus eigener Kraft stemmen können, sind wir am Ziel.“ Alle Geschäftsfelder mit Ausnahme von DB Cargo haben 2025 bereits ein positives operatives Ergebnis erreicht. Die Netto-Finanzschulden sind per 31. Dezember 2025 um 11,9 Mrd. Euro auf rund 20,7 Mrd. Euro gesunken. Ursache dafür sind die Erlöse aus dem Verkauf von DB Schenker, die wie geplant vorrangig für den Schuldenabbau eingesetzt wurden. Ein weiterer Effekt, der sich auf die Zahlen 2025 ausgewirkt hat, ist eine hohe Wertminderung bei DB Fernverkehr: Hier belastete eine Abschreibung von rund 1,4 Mrd. Euro das Jahresergebnis stark. Grund für die Wertminderung sind zukünftig geringere Umsatzerwartungen: Nicht zuletzt aufgrund der Streckung der Generalsanierungen bis 2036 erholen sich der Zustand der Infrastruktur und die Pünktlichkeit langsamer, was sich negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung von DB Fernverkehr auswirkt.

Investitionen steigen auf rund 22 Mrd. Euro

Die Brutto-Investitionen sind 2025 erheblich auf einen neuen Rekord von rund 22 Mrd. Euro gestiegen. Allein rund 19 Mrd. Euro flossen davon in die Infrastruktur. Die eigenfinanzierten Netto-Investitionen des DB-Konzerns lagen mit rund 5,9 Mrd. Euro auf dem hohen Niveau des Vorjahres. In diesem Jahr investieren Bund und Bahn über 23 Mrd. Euro in die Infrastruktur. Palla: „Wenn wir dieses Investitionsniveau halten, haben wir die Chance, den Abwärtstrend bei der Pünktlichkeit zu stoppen. Nichts wird schnell gehen, aber wir bauen konsequent an einem zuverlässigen Schienennetz für die gesamte Branche: 2026 wird ein Superbaujahr.“

Transportbereiche schneiden besser ab

Die Transportbereiche der DB haben 2025 wirtschaftlich schon etwas besser abgeschnitten als in den Vorjahren.

  • DB Regio hat sein positives operatives Ergebnis auf insgesamt 191 Mio. Euro gesteigert. Auch DB Regio Straße mit seinen Busgesellschaften hat seit acht Jahren zum ersten Mal wieder einen operativen Gewinn eingefahren.
  • DB Fernverkehr hat 2025 den Einstieg in die Sanierung geschafft. Der Fernverkehr ist beim bereinigten operativen Ergebnis mit 45 Mio. Euro (Vorjahr: minus 96 Mio. Euro) zurück in den schwarzen Zahlen. Umsatz und Verkehrsleistung sind auf ein neues Rekordniveau gestiegen, bleiben jedoch aufgrund der infrastrukturellen Rahmenbedingungen hinter den Erwartungen zurück.
  • Die Zahl der Reisenden im SPNV des DB-Konzerns ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 % auf 1,93 Mrd. gewachsen. Die Verkehrsleistung hat um 2,7 % auf rund 87 Mrd. Personen-km zugelegt.
  • DB Cargo verbuchte 2025 teils deutliche Leistungs- und Umsatzrückgänge. Das operative Ergebnis verbesserte sich auch durch Sanierungsmaßnahmen um 350 Mio. Euro. Es blieb aber noch negativ. DB Cargo muss 2026 einen Sanierungsplan mit sehr harten Einschnitten konsequent umsetzen.
  • Die Infrastruktursparte DB InfraGO verzeichnete mit 10 Mio. Euro ein leicht positives operatives Ergebnis (Vorjahr: 267 Mio. Euro). Unter anderem führten höhere Personalaufwendungen und investitionsbedingt gestiegene Abschreibungen zu zusätzlichen Belastungen. Die Betriebsleistung auf dem stark befahrenen Schienennetz blieb 2025 mit 1,1 Mrd. Trassen-km auf Vorjahresniveau.

2026 werden schrittweise Verbesserungen erwartet

Die hohe Zahl der Baustellen hat 2025 die Pünktlichkeit ausgebremst. Lediglich 60,1 % der DB-Fernverkehrszüge erreichten 2025 pünktlich das Ziel (Vorjahr: 62,5 %). Auch im Superbaujahr 2026 wird die Pünktlichkeit unter Druck bleiben. Das Schienennetz wieder in Ordnung zu bringen, wird voraussichtlich noch zehn Jahre dauern. Damit Reisende schnell Verbesserungen spüren, hat die Bahn 2026 drei Sofortprogramme im Umfang von zusätzlich 140 Mio. Euro gestartet: für mehr Sauberkeit und Sicherheit an Bahnhöfen, mehr Komfort im Fernverkehr und bessere Kundeninformation. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die DB schrittweise weitere Verbesserungen: Der Konzernumsatz soll auf ungefähr 28 Mrd. Euro steigen, das operative Konzernergebnis auf etwa 600 Mio. Euro.

Text: DB AG/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Max Lautenschläger

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