
Die Verlängerung der seehäsle-Züge über Stockach bis nach Meßkirch hat einen weiteren Meilenstein erreicht: Nach dem positiven Ergebnis der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) schafft nun auch die Aufnahme dieses Abschnitts in die priorisierte erste Tranche der Reaktivierungsvorhaben des Landes Baden-Württemberg eine Perspektive für den Ausbau des Bahnangebots.
Bessere Mobilität für den ländlichen Raum
Ziel des ersten Bauabschnitts ist eine umsteigefreie Verbindung von Radolfzell (an der Bahnstrecke Offenburg – Singen (Hohentwiel) – Konstanz) über Stockach nach Meßkirch, die täglich im Stundentakt verkehren soll. In einem zweiten Bauabschnitt soll das seehäsle bis Mengen an der Bahnstrecke Tübingen – Sigmaringen – Aulendorf verlängert werden. Damit würde die Ablachtalbahn auf gesamter Länge wieder im SPNV bedient werden. Gute Anschlüsse an den Busverkehr, insbesondere in Richtung Sigmaringen, Mengen und Pfullendorf, sollen die Erreichbarkeit der gesamten Region verbessern. Die Reaktivierung des ersten Teilstücks wird von den vier beteiligten Kommunen ausdrücklich unterstützt. Stockachs Bürgermeisterin Susen Katter betonte Ende Oktober 2026: „Ein stündlicher Bahnverkehr eröffnet insbesondere den Menschen in Hindelwangen, Zizenhausen und Hoppetenzell zusätzliche Möglichkeiten, ohne eigenes Auto mobil zu sein.“ Meßkirchs Bürgermeister Arne Zwick erläuterte: „Die Aufnahme des Abschnitts Stockach – Meßkirch in die erste priorisierte Tranche des Landes ist ein wesentlicher Schritt. Jetzt gilt es, die nächsten Schritte anzugehen, damit nach Jahrzehnten die Kommunen wieder einen SPNV-Anschluss bekommen. Unser langfristiges Ziel bleibt eine durchgehende Schienenverbindung bis Mengen.“ Sauldorfs Bürgermeister Severin Rommeler, zugleich Vorsitzender des Fördervereins Ablachtalbahn e. V., hob hervor: „Der Großteil der Arbeiten ist Sanierung im Bestand, das erleichtert und verkürzt die Genehmigungsverfahren.“
Bürgerbahn soll die Verbindung nach Mengen herstellen
Die Reaktivierung des nördlichen Abschnitts der Ablachtalbahn hat es nur in die zweite Tranche der Reaktivierungsvorhaben des Landes Baden-Württemberg geschafft, für die es in den kommenden fünf Jahren keine landesseitige Unterstützung geben soll. Deshalb will der Förderverein Ablachtalbahn e. V. zwischen Meßkirch und Mengen vorübergehend mit einer ehrenamtlich betriebenen Bürgerbahn einen täglichen Bahnverkehr zu den Hauptverkehrszeiten ermöglichen. Damit soll die Strecke nutzbar bleiben und die durchgängige Verbindung zur Linie Tübingen – Aulendorf hergestellt werden. Darüber hinaus könnte die Ablachtalbahn bei Streckensperrungen als Umleitungsstrecke dienen, beispielsweise während der Elektrifizierung der Bodenseegürtelbahn Radolfzell – Friedrichshafen.
Dialogische Bürgerbeteiligung als nächster Schritt
Zunächst soll die dialogische Bürgerbeteiligung für die Reaktivierung des ersten Abschnitts bis nach Meßkirch vorangebracht werden. Vorgesehen ist – mit Unterstützung der „Servicestelle Bürgerbeteiligung Baden-Württemberg“ –, die Anwohner entlang der Ablachtalbahn in das Gesamtprojekt in einem geeigneten Beteiligungsprozess mit einzubeziehen. Diese frühzeitige Beteiligung soll helfen, unterschiedliche Interessen, Sorgen und Ängste zu berücksichtigen und eine tragfähige Grundlage für die nächsten Planungsschritte zu schaffen.
Weitere Informationen zur Reaktivierung der Ablachtalbahn gibt es hier.
Text: EVU Ablachtalbahn/red, Bild: EVU Ablachtalbahn



