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Mobilität

Ausflugstipp: Winterdampf in Sachsen

Seit 1897 dampft die schmalspurige Fichtelbergbahn von Cranzahl in den Kurort Oberwiesenthal. Hier kann in Deutschlands älteste Seilbahn, die Fichtelberg-Schwebebahn, umgestiegen werden.

24. Dezember 2025

Ein Dampfzug fährt durch schneebedeckte Felder.
Ein Dampfzug rollt durch das Sehmatal in Richtung Kurort Oberwiesenthal.
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Knapp eineinhalb Stunden braucht die Regionalbahn von Chemnitz über Annaberg-Buchholz nach Cranzahl: Zwischen Chemnitz und Annaberg-Buchholz sind die modernisierten Desiro-Triebzüge der Erzgebirgsbahn, einer Tochter von DB Regio, stündlich unterwegs, weiter nach Cranzahl geht es alle zwei Stunden. Hier kann am selben Bahnsteig gegenüber in die schmalspurige Fichtelbergbahn umgestiegen werden, die viermal täglich in den Kurort Oberwiesenthal dampft. 

Bullige Dampflokomotiven

In einer engen Linkskurve rollt der normalspurige Triebzug aus Chemnitz in die Endstation Cranzahl ein. Ursprünglich führte die Strecke über Bärenstein weiter nach Chomutov in der Tschechischen Republik, wird seit vielen Jahren aber nicht mehr im regulären SPNV bedient. Heute steigen die meisten Reisenden in die rund 17 km lange Fichtelbergbahn in den Kurort Oberwiesenthal um. Die 750-mm-Strecke gehört der Sächsischen Dampfeisenbahn-Gesellschaft mbH (SDG), die auch die Lößnitzgrundbahn nach Radeburg und die Weißeritztalbahn in den Kurort Kipsdorf betreibt. Auf allen Linien kommen historische Dampfzüge zum Einsatz, die in erster Linie für Ausflügler und Touristen unterwegs sind. Auf der Fichtelbergbahn verkehren Lokomotiven der Baureihe 99.73–76 und der Baureihe 99.77–79. Die bulligen Maschinen sind hier durchaus gefordert: Der Bahnhof Cranzahl liegt auf einer Höhe von 654 m über Normalnull, bis zum Kurort Oberwiesenthal auf 892 m über Normalnull sind immerhin 238 Höhenmeter zu überwinden. 

Abfahrt in Cranzahl

Zum Umsteigen in die Fichtelbergbahn bleiben nur wenige Minuten Zeit, pünktlich um 10 Uhr ist Abfahrt. In der kalten Winterluft steigen majestätische Rußwolken über der kleinen Dampflok in den Himmel. Schon wenig später schaukelt die dunkelgrüne Wagenschlange munter durch das verschneite Sehmatal, ehe sie nach wenigen Kilometern den Ort Neudorf (Erzgebirge) erreicht. In dem mit einem Ausweich- und einem Abstellgleis ausgestatteten Bahnhof wären Kreuzungen möglich, allerdings ist im regulären Betrieb immer nur ein Zug auf der Strecke unterwegs. Weiter geht’s zum Haltepunkt Vierenstraße, der schon auf 730 m Höhe liegt. Dort überquert der Zug die Sehma, ehe er in die dunklen Nadelwälder des Erzgebirges eintaucht. Bogenreich führen die Gleise über Kretscham-Rothensehma den Berg hinauf. Nahe dem Haltepunkt Niederschlag weichen die Bäume zurück, helle Wintersonne füllt die holzvertäfelten Wagen. Nun rollt der Zug am Pöhlbach entlang, der hier die Grenze nach Tschechien bildet. Auf der anderen Talseite verläuft die Normalspurstrecke von Bärenstein nach Chomutov, immer wieder ist zwischen den schneebedeckten Bäumen die Bahntrasse auszumachen. 

Weiter in den Kurort Oberwiesenthal

Nach 13,6 km und einer Dreiviertelstunde Fahrt ist der Ferienort Hammerunterwiesenthal erreicht. Auch hier verfügt der Bahnhof über ein Ausweichgleis. Hinzu kommen mehrere Abstellgleise, die ursprünglich für die Verladung von Schotter aus einem nahegelegenen Steinbruch angelegt wurden. Ein weiteres Gleis verläuft zur Betriebsmittel-Überladerampe, wo Schmalspur-Fahrzeuge auf Straßen-Tieflader verladen werden können. Hinter der 796 m hoch gelegenen Station geht es steil bergauf: Das Tal verengt sich, jetzt ist nur noch für Platz für die Bahngleise und die Bundesstraße. Am Zwischenhalt Unterwiesenthal windet sich der Zug aus dem Pöhlbachtal heraus, rechterhand wird der Fichtelberg sichtbar. Kurz vor der Endstation überquert der Dampfzug auf einem 100 m langen und 20 m hohen Gerüstpfeiler-Viadukt den Hüttenbach, ehe er nach knapp einer Stunde Fahrt vor dem Empfangsgebäude des Kurorts Oberwiesenthal schnaufend zum Stehen kommt. Ein Schild an der Wand zeigt die Höhenangabe 893,962 m über Normalnull an – damit hat der Kurort nicht nur den höchsten Bahnhof Sachsens, Oberwiesenthal ist zugleich die höchstgelegene Stadt Deutschlands. Die weitläufige Endstation verfügt über zahlreiche Gleise, die auch zur Lokhalle samt Werkstatt führen. 

Rund um Oberwiesenthal

Vom Bahnhof Oberwiesenthal, der unter anderem eine Wartehalle und einen Fahrkarten-Verkauf bietet, sind es nur wenige Schritte zum Marktplatz, auf dem alljährlich der „Wiesenthaler Advent und Neujahrsmarkt“ stattfindet. Nur ein paar hundert Meter entfernt liegt die Talstation der Fichtelberg-Schwebebahn: Deutschlands älteste Luftseilbahn führt auf den 1215 m hoch gelegenen Gipfel und überwindet dabei einen Höhenunterschied von 303 m. Die 1924 eröffnete Bahn wurde zwischenzeitlich mehrmals erneuert. Neben vielen Wanderwegen locken im Winter die zahlreichen Ski- und Rodelpisten. Für Freizeit-Aktivitäten bleibt genügend Zeit: Erst um 17.03 Uhr verlässt der letzte Zug des Tages den Bahnhof zur Rückfahrt nach Cranzahl …

Text: Regionalverkehr, Bild: Adobe Stock/Markus Mainka

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