
Mit der Betriebsaufnahme am 2. Februar 2026 erfolgte der Startschuss für die schrittweise Umstellung des RE 6 Leipzig – Chemnitz auf die neuen Batteriezüge. Eingesetzt werden dreiteilige Coradia Continental BEMU (Battery Electric Multiple Unit) des Herstellers Alstom, die eigentlich schon Ende 2023 hätten starten sollen. Deren Fertigstellung verzögerte sich durch Lieferengpässe bei den Zulieferern aber immer wieder. Zunächst wird ein Umlauf des RE 6 elektrisch gefahren – jede vierte Fahrt erfolgt damit batterie-elektrisch. Die Umstellung der verbleibenden Zugpaare folgt sukzessive, abhängig von der Auslieferung der Fahrzeuge durch Alstom und den Eigentümer, die Verkehrsverbund Mittelsachsen GmbH (VMS).
Der neue Akkuzug Coradia Continental BEMU
Alstom liefert elf Coradia Continental BEMU, die auf der Plattform der klassischen Coradia-Continental-Elektrotriebzüge basieren. Für die Fahrgäste unterscheiden sich die Akkueinheiten optisch nur durch die Energiespeicher auf dem Dach von den bereits seit 2016 auf der Sachsen-Franken-Magistrale Dresden – Chemnitz – Hof verkehrenden Elektrozügen. Die Akkus mit 840 kWh Bruttokapazität werden während der Wendezeiten an den Endbahnhöfen in Leipzig und Chemnitz über die Oberleitung in knapp einer Stunde nachgeladen. Die Technologie ermöglicht den lokal emissionsfreien elektrischen Betrieb auch auf nicht elektrifizierten Strecken-Abschnitten und kommt in Sachsen erstmals im planmäßigen Fahrgastbetrieb zum Einsatz. Die Reichweite der Akkuzüge beträgt bis zu 120 km pro Ladung – das genügt, um die 80 km lange, nicht elektrifizierte Strecke zwischen Leipzig und Chemnitz zu überbrücken. Gegenüber einer Fahrt mit den aktuellen Doppelstockzügen mit Diesellokomotiven wird der Kohlendioxid-Ausstoß um zwei Drittel reduziert. Neben der hohen Effizienz elektrischer Antriebe sorgt hierfür auch die Rückspeisung von Energie in die Batterien beim Bremsen (Rekuperation). Die Coradia Continental BEMU verkehren in der Regel mit zwei Einheiten mit insgesamt 300 Sitzplätzen, davon 18 in der 1. Klasse.
Finanzierung und Fahrzeugbereitstellung
Die KfW IPEX-Bank finanziert als Konsortialführer gemeinsam mit der Nord/LB und der Deutschen Kreditbank AG (DKB) die elf neuen Coradia Continental BEMU für die VMS GmbH. Die Finanzierung über 49 Mio. Euro hat eine Laufzeit von 22 Jahren. Bereits 2014 hatten die drei Banken 29 herkömmliche Coradia-Continental-Elektrotriebzüge für die VMS GmbH finanziert, die im Elektronetz Mittelsachsen zum Einsatz kommen. Die elf Akkuzüge werden – ebenso wie die 29 herkömmlichen Elektrotriebzüge – an die Transdev Regio Ost GmbH vermietet, die unter der Marke Mitteldeutsche Regiobahn (MRB) auf den Strecken Leipzig – Chemnitz (RE 6) und Leipzig – Döbeln (RB 100) sowie im E-Netz Mittelsachsen unterwegs ist. Das Elektronetz umfasst die Verbindungen Dresden – Chemnitz – Hof (RE 30, „Sachsen-Franken-Magistrale“), Dresden – Zwickau (RB 30) und Chemnitz – Elsterwerda (RB 45).
Text: Transdev/red, Bild: Alstom/Christoph Busse



