
Markante Grün- und Blautöne zieren die neuen Akkuzüge des Typs Mireo Plus B für das Netz „Nördliches Westfalen“: Ende Oktober 2026 stellte der Aufgabenträger, der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), das neue Design vor. Die von Rock Rail finanzierten und bereitgestellten Fahrzeuge werden von Siemens Mobility hergestellt. Ab Dezember 2029 sollen sie schrittweise die derzeit noch verkehrenden Dieseltriebzüge ersetzen.
Zweitgrößte Akkuzug-Flotte Deutschlands
Das Netz Nördliches Westfalen hat ein Volumen von jährlich rund 7,1 Mio. Zug-km und stellt laut NWL den größten Modernisierungsschub für den SPNV in Ostwestfalen-Lippe und im Münsterland dar. Das Vergabeverfahren läuft derzeit noch. Bei den 61 Mireo Plus B handelt es sich um die bislang zweitgrößte Bestellung von Akkuzügen in Deutschland – erst Mitte Oktober 2026 hatten die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen GmbH (LNVG) und der Regionalverband Großraum Braunschweig (RGB) 113 Mireo Plus B geordert. Das Netz Nördliches Westfalen besteht aus zwei Losen. Los 1 umfasst die zu reaktivierenden Relationen Münster – Sendenhorst (RB 68) sowie Verl – Gütersloh – Harsewinkel (RB 76) und läuft voraussichtlich von Dezember 2027 bis Ende 2042. Los 2 beinhaltet die Strecken Bielefeld – Detmold – Altenbeken (RE 82), Münster – Coesfeld (RB 63), Bielefeld – Warendorf – Münster (RB 67), Bielefeld – Rahden / Bad Salzuflen (RB 71), Bielefeld –Lemgo-Lüttfeld (RB 73), Bielefeld – Paderborn (RB 74), Bielefeld – Halle (Westfalen) – Osnabrück (RB 75) sowie Herford – Hameln – Elze (– Hildesheim; RB 77). Das Los 2 soll von Dezember 2029 bis Ende 2044 vergeben werden.
Wiedererkennung auch bei Betreiberwechsel
Mit den 61 Mireo Plus B ist der NWL erstmalig Auftraggeber einer Fahrzeugflotte dieser Größenordnung. Damit konnte der Verband auch die Gestaltung der neuen Fahrzeuge aus einer Hand entwickeln. Bislang sei das Erscheinungsbild von Regionalzügen häufig durch die jeweiligen Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) geprägt, so der NWL. Diese können sich im Laufe eines Fahrzeuglebens jedoch ändern. Die neuen Akkuzüge für das Netz Nördliches Westfalen sind aber unabhängig vom Betreiber der Linien langfristig für den Einsatz in der Region vorgesehen. Christiane Auffermann, Verbandsvorsteherin NWL, erklärte: „Als Aufgabenträger wollen wir den Nahverkehr stärker aus Sicht unserer Fahrgäste denken. Dazu gehört für uns auch ein verlässliches und vertrautes Erscheinungsbild – unabhängig davon, wer die Verkehrsleistung erbringt.“ Das jetzt vorgestellte Erscheinungsbild in Grün und Blau ist Teil eines langfristig einheitlichen Auftritts des Nahverkehrs in Westfalen-Lippe, der den Fahrgästen Wiedererkennung und Orientierung bieten soll.
Über den Mireo Plus B
Siemens Mobility produziert die zweiteiligen Einheiten des Typs Mireo Plus B. Die Akkuzüge können ihre Batterien an Strecken mit Oberleitung laden und oberleitungsfreie Abschnitte mit der gespeicherten Energie überbrücken. Dank intelligenter Energie-Managementsysteme fahren sie lokal abgasfrei und deutlich leiser als herkömmliche Dieseltriebzüge. Zusätzlich wird beim Bremsen Energie zurückgewonnen und wieder in die Akkus gespeist, was die Effizienz weiter erhöht. Für die Fahrgäste bedeutet der neue Fuhrpark vor allem mehr Komfort: Die Züge verfügen unter anderem über WLAN, Steckdosen, USB-Ladeports, großzügige Mehrzweckbereiche mit Platz für 18 Fahrräder und zwei Rollstühle sowie stufenfreie Einstiege. Eine moderne Beleuchtung und ein geringes Geräuschniveau sorgen zusätzlich für ein angenehmes Reiseerlebnis.
Text: NWL/red, Bild: Siemens Mobility



