
Mit der Beschaffung von 113 Batteriezügen des Typs Mireo Plus B investiert das Land Niedersachsen gemeinsam mit der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen GmbH (LNVG) und dem Regionalverband Großraum Braunschweig (RGB) rund eine 1 Mrd. Euro in einen klimafreundlichen und attraktiven SPNV.
Mobilität im Flächenland Niedersachsen stärken
Die Bestellung des Landes umfasst 83 Akkuzüge für die LNVG sowie weitere 30 Einheiten für die Regionalbahnfahrzeuge Großraum Braunschweig GmbH. Lieferant ist der Hersteller Siemens Mobility. Dazu kommen die Errichtung und der Betrieb von zwei Werkstätten in Niedersachsen, Ersatzteilpakete und die langfristige Wartung und Instandhaltung der neuen Fahrzeuge. Damit zählt die Vergabe zu den größten Beschaffungsvorhaben im niedersächsischen SPNV der vergangenen Jahre. Niedersachsens Verkehrsminister Grant Hendrik Tonne (SPD) erklärte am 13. Oktober 2026 in Hannover: „Mit dieser Investition setzen wir die SPNV-Strategie 2040+ ganz konkret um. Wir stärken die Mobilität im Flächenland Niedersachsen und schaffen die Voraussetzungen dafür, dass mehr Menschen zuverlässig, komfortabel und klimafreundlich mit der Bahn unterwegs sein können. Die neuen Züge stehen für einen modernen Nahverkehr, der die Regionen besser verbindet und die Menschen zwischen den Metropolen ebenso im Blick hat wie die ländlichen Räume.“
Moderne Fahrzeuge für ein modernes Bahnangebot
Die dreiteiligen Mireo Plus B sind 63,46 m lang und bieten ein deutliches Plus an Komfort und Kapazität. Sie verfügen über großzügige Mehrzweckbereiche, moderne Fahrgast-Informationssysteme, WLAN, barrierefreie Einstiege sowie zahlreiche Fahrradstellplätze. In jedem Zug gibt es 170 Sitzplätze, davon sechs in der 1. Klasse. Pro Zug ist Platz für sechs Fahrräder, saisonal kann deren Anzahl auf 18 erweitert werden. Durch Türen auf unterschiedlichen Einstiegshöhen können die Fahrgäste an Bahnsteigen mit verschiedenen Standardhöhen deutlich komfortabler ein- und aussteigen. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 160 km/h erfüllen die Fahrzeuge zugleich die Anforderungen eines leistungsfähigen und attraktiven Nahverkehrs. Dank ihres Batterieantriebs können sie auf nicht elektrifizierten Strecken emissionsfrei fahren und die Batterien auf elektrifizierten Abschnitten wieder aufladen. Dadurch wird die schrittweise Ablösung dieselbetriebener Fahrzeuge möglich, ohne dass sämtliche Strecken vollständig mit Oberleitungen ausgestattet werden müssen.
Schrittweise Inbetriebnahme ab 2031
Die ersten neuen Fahrzeuge sollen ab Ende 2031 im Weser-Leine-Netz und Harz-Heide-Netz eingesetzt werden. Es folgen weitere Einsatzgebiete, unter anderem im Heidekreuz. Parallel werden die erforderlichen Werkstatt- und Instandhaltungsstrukturen aufgebaut. Geplant sind neue Betriebswerkstätten in Goslar und Soltau. Die Instandhaltung der Fahrzeuge wird langfristig über 30 Jahre durch den Hersteller abgesichert.
Baustein der SPNV-Strategie 2040+
Mit der gemeinsamen Beschaffung verfolgen Land Niedersachsen, LNVG und Regionalverband Großraum Braunschweig mehrere verkehrspolitische Ziele zugleich: Die Bestellung setzt einen zentralen Baustein der SPNV-Strategie 2040+ um, beschleunigt die Dekarbonisierung des Nahverkehrs, verbessert die Qualität des Angebots für die Fahrgäste und stärkt die Mobilität in allen Teilen des Landes. Mit der SPNV-Strategie 2040+ haben das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, die LNVG sowie die weiteren niedersächsischen Aufgabenträger einen langfristigen Fahrplan für den SPNV-Ausbau vorgelegt. Ziel sind mehr Verbindungen, bessere Takte, zusätzliche Kapazitäten, höhere Qualität für die Fahrgäste sowie die schrittweise Umstellung auf klimafreundliche Antriebstechnologien. Die Beschaffung der neuen Batteriezüge ist eines der großen Umsetzungsprojekte dieser Strategie.
Text: Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen/red, Bild: Regionalverkehr


