
Für 2025 bilanziert DB InfraGO ein gegenüber Vorjahr weiter gestiegenes Bauvolumen zur Sanierung des Schienennetzes in Deutschland. Auf rund 26.000 Baustellen wurde in den zurückliegenden Monaten planmäßig gebaut – zur Sanierung zahlreicher Strecken und Anlagen, zur Modernisierung von Bahnhöfen sowie zur Erneuerung von Leit- und Sicherungstechnik.
28.000 Baustellen im Jahr 2026
2025 standen der gemeinwohl-orientierten Infrastruktur-Sparte der Deutschen Bahn (DB AG) dafür mehr als 19 Mrd. Euro zur Verfügung. Zu den größten Vorhaben zählt die laufende Korridorsanierung der Strecke Hamburg – Berlin, die Inbetriebnahme der Dresdner Bahn / Anhalter Bahn sowie die Wiederinbetriebnahme der bei der Flut 2021 zerstörten Ahrtalbahn. Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG, sagte am 28. Dezember 2025: „Wir konnten in diesem Jahr ein riesiges Bauvolumen umsetzen, haben erfolgreich große Projekte und auch viele kleine Maßnahmen fertiggestellt. Für 2026 haben wir die Planungs- und Finanzierungs-Sicherheit, um die Sanierung weiter kraftvoll vorantreiben zu können.“ Eine zentrale Herausforderung bleibt es, den Fahrbetrieb und die Baustellen aufeinander abzustimmen. Nagl: „Wir gehen von 28.000 Baustellen aus und einer mindestens gleichbleibenden Betriebsleistung in Höhe von über 1 Mrd. Trassen-km. Zu Ende 2025 sind 530 Eisenbahn-Unternehmen, Operateure und Verlader im deutschen Netz unterwegs.“
Vorläufige Bilanz 2025 in Zahlen
- 2065 Weichen wurden erneuert, ein Plus von 2,6 %.
- Im Gleisbau liegt die Menge mit 2173 km leicht über dem Niveau von 2024 und 2023.
- 288 km erneuerte Oberleitung sind ein leichter Rückgang (–2 %) gegenüber 2024.
- Bei den Eisenbahn-Brücken werden in Summe 2025 rund 40.000 qm in Betrieb genommen. Das sind 27 % weniger als im Vorjahr, da 2024 flächenmäßig größere Brücken gebaut wurden.
- 2025 wurden 60 neue Stellwerke in Betrieb genommen, in den vergangenen Jahren lag die Zahl bei 40. Nicht erreicht wurde die Inbetriebnahme des neuen Stellwerks in Köln Hbf. 4025 Stelleinheiten wurden 2025 insgesamt erneuert.
- Bei der Ausrüstung mit dem European Train Control System (ETCS) ist die Streckenlänge im Netz auf insgesamt 683 km angewachsen; 157 km kamen 2025 hinzu.
- Rund 950 der insgesamt 5700 Bahnhöfe in ganz Deutschland hat die DB InfraGO 2025 modernisiert. Wo möglich werden Stationen aus einem Guss – also Verkehrsstation, Gebäude und Umfeld gemeinsam – geplant und erneuert. Über 100 Bahnhöfe sind nach diesen Standards ausgebaut worden.
- Ende 2025 waren rund 8000 neue Mitarbeitende an Bord, darunter über 3600 neue Kolleg:innen in den wichtigen Hauptberufsgruppen Bauprojekt-/Bauüberwacher und Fahrweg-Instandhaltung. Im Betrieb konnten die Qualifizierungs-Kapazitäten erhöht werden. 2100 neue Fachkräfte hatten die Qualifizierung zur Zugverkehrssteuerer:in begonnen. Die leistungswirksame Personalbedarfs-Deckungsquote in den Stellwerken lag bei 99 % (Stand November).
Große Bauprojekte 2025
- Korridorsanierung Hamburg – Berlin: Fünf Monate nach Start der Arbeiten auf der 270 km langen Strecke ist der Oberbau erneuert. Das sind 165 km Gleise und 249 Weichen sowie 5 km Schallschutzwände. Dazu kommen neue Weichen-Verbindungen und Überleitstellen sowie entsprechend angepasste Oberleitungen. In den kommenden Monaten wird die Leit- und Sicherungstechnik modernisiert. Bis Ende April 2026 werden auch die Arbeiten an den 28 Bahnhöfen entlang der Strecke abgeschlossen. Dazu gehören Bahnsteig-Verlängerungen, Bahnsteig-Erhöhungen für einen stufenlosen Einstieg, längere Bahnsteigdächer sowie Wegeleitsysteme für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen.
- Wiederaufbau der Dresdner Bahn in Berlin: Seit 14. Dezember 2025 rollt der Verkehr wieder über die Dresdner Bahn; erstmals fahren auch Regional- und Fernverkehrszüge von Berlin Richtung Süden über die neue Streckenführung. Nach Dresden und Prag verkürzt sich Fahrzeit um 10 Minuten; die Flughafenexpress-Linie (FEX) verbindet Berlin Hbf und den Flughafen BER in 23 Minuten (bisher 39 Minuten). Auch zwischen Berlin Südkreuz und Bitterfeld wurden auf 130 km der ICE-Strecke Berlin – Leipzig / Halle (Saale) – Erfurt – München 33 neue Weichen eingebaut und 59 instandgesetzt.
- Von der Flut 2021 zerstörte Ahrtalbahn wieder durchgehend befahrbar: Auf der 29 km langen, in Teilen komplett zerstörten Strecke zwischen Remagen und Ahrbrück wurden Gleise, Brücken, Tunnel sowie zehn Stationen wiederhergestellt, moderne Stellwerkstechnik errichtet und neue Oberleitungen für den elektrischen Betrieb installiert.
- Abschluss des viergleisigen Ausbaus der Strecke zwischen Fürth und südlich von Bamberg: Der Abschnitt gehört zur Schnellfahrstrecke München – Berlin und zählt mit durchschnittlich 350 Zügen pro Tag zu den meistbefahrenen Strecken. Bund, Freistaat Bayern, Kommunen und DB investierten rund 2 Mrd. Euro in den Ausbau der Gleise und Anlagen. Zwischen Altendorf und Strullendorf hat die DB InfraGO zuletzt seit 2021 unter anderem 40 km neue Gleise und 45 km Oberleitungen sowie Lärmschutzwände gebaut.
- Neubauabschnitt Müllheim – Auggen im Projekt Karlsruhe – Basel fertiggestellt: In sechs Jahren Bauzeit hat die Bahn zwischen Müllheim und Auggen zwei neue Gleise errichtet, die bestehenden Gleise erneuert und verlegt, 12 Brücken neu gebaut und fast 8 km Schallschutzwände aufgestellt. Zudem wurde ein neues Elektronisches Stellwerk (ESTW) errichtet.
- Zwischen Bad Schandau Ost und der tschechischen Grenze, einem wichtigen Abschnitt der Bahnstrecke Berlin – Dresden – Prag, konnten die Bauarbeiten abgeschlossen werden – mit neuen Gleisen, einem ESTW, Oberleitung und Lärmschutzwänden.
- Historische Elstertalbrücke: Die Elstertalbrücke im Vogtland ist nach vier Jahren Bauzeit komplett saniert. Das Bauwerk gilt mit 12 Mio. verbauten Steinen als Wahrzeichen der Region und ist die zweitgrößte Ziegelsteinbrücke der Welt. Der 68 m hohe Viadukt führt die Bahnstrecke Leipzig – Hof bei Jocketa über die Weiße Elster und die neben dem Fluss laufende Bahnstrecke Gera Süd – Weischlitz.
- Reaktivierte Weststrecke Trier: Im März gingen die komplett neu errichteten Verkehrsstationen Trier-Hafenstraße, Trier-Pallien, Trier-West, Trier-Euren und Trier-Zewen sowie die ausgebaute Station Kreuz Konz in Betrieb. Neben den Stationen hat die DB die Schieneninfrastruktur auf der Verbindung von der Moselstrecke zur Trierer Weststrecke neu errichtet.
Kleine und mittlere Baumaßnahmen
Zu den Projekten zählen Überleit-Möglichkeiten, zusätzliche Signale und Gleiswechsel-Betriebe oder neue Bahnsteige. Sie zielen darauf ab, schnell positive Effekte auf die Kapazität und Pünktlichkeit für Reisende und Güterverkehrskunden zu erreichen. Finanziert werden die Vorhaben im Wesentlichen über das Klimaschutz-Paket des Bundes und Eigenmittel der DB. 2025 wurden mehr als 30 dieser Vorhaben umgesetzt, darunter:
- Zugdeckungs-Signale Frankfurt Hbf: 12 neue Zugdeckungs-Signale erweitern seit Mai die Gleiskapazität. Sie ermöglichen einen flexibleren Betrieb, da zwei Züge hintereinander ein Gleis nutzen und bei Bedarf zu einem langen Zug zusammengeführt werden können.
- Optionsweichen Berlin Hbf: Inbetriebnahme zusätzlicher Weichen-Verbindungen und von vier Zugdeckungs-Signalen. Neue Fahrstraßen und Anpassungen ermöglichen einen flexibleren Bahnbetrieb und mehr Kapazität
- Neuer Bahnsteig und Elektrifizierung in Stuttgart-Feuerbach: Zur Verbesserung der Qualität im Schienenknoten Stuttgart hat der Verband Region Stuttgart (VRS) rund 6,8 Mio. Euro in einen Bahnsteigneubau inklusive Elektrifizierung des Gleises an diesem Bahnsteig investiert
- Zusätzliche Ausfahrsignale Rosenheim-Kufstein: Sie verstärken auf der Strecke Rosenheim – Kufstein an den Bahnhöfen Brannenburg und Raubling sowie in Fischbach für Fahrten ins Gegengleis die Leistungsfähigkeit und ermöglichen eine flexiblere Nutzung der Strecke
- Zwei neue ESTW an der Bahnstrecke München – Mühldorf (Oberbay): Die DB InfraGO hat zwei neue ESTW in Hörlkofen und Thann-Matzbach auf der von täglich rund 100 Zügen frequentierten Strecke München – Mühldorf errichtet. Die neue Technik ersetzt zwei mechanische Stellwerke aus den Jahren 1958 und 1899 – letzteres war das älteste im Netz der DB AG.
- Leipzig / Halle – Berlin: Im Mai 2025 wurden die letzten Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik auf der Strecke abgeschlossen. Damit sind auch die Vorbereitungen für die künftige Ausrüstung mit ETCS geschafft. Seit Januar wurde die Stellwerkstechnik an die ETCS-Anforderungen angepasst. Parallel dazu haben Arbeiten begonnen, um die zulässige Höchstgeschwindigkeit von derzeit 160 km/h auf künftig 200 km/h anzuheben.
Text: DB AG/red, Bild: DB InfraGO AG/Dr. Jürgen Findeisen


