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Infrastruktur, Mobilität

„Ganzjähriger“ Haltepunkt für Lindaunis und die Schlei

Nicht nur der Ort Lindaunis selbst (gelegen an der Bahnstrecke von Kiel über Eckernförde nach Flensburg), auch die komplette Schlei-Region wird eine dauerhafte Schienen-Anbindung erhalten.

2. September 2026

Ein Zug steht an einem Bahnsteig, dahinter befindet sich ein Gewässer.
Derzeit halten die Züge zwangsweise in Lindaunis, da die Schiene-Straße-Brücke über die Schlei neu gebaut wird. Nach Fertigstellung der Brücke soll es einen neuen Bahnsteig geben.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) übergab am 31. August 2026 im Beisein des Bürgermeisters der Gemeinde Boren, Thomas Detlefsen (CDU), und NAH.SH-Geschäftsführerin Birgit Austen einen Zuwendungsbescheid über 390.000 Euro an Ute Plambeck, Konzernbevollmächtigte für den Norden bei der DB InfraGO. 

Schlei-Region wird besser angebunden

Nach den Worten von Madsen sichert die Summe zunächst die Finanzierung der Planung für den Ausbau des Bahnhalts Lindaunis. Lindaunis ist ein Ortsteil der Gemeinde Boren. Die DB InfraGO als Eigentümerin der Infrastruktur sei dabei sowohl für die Planung als auch für den späteren Ausbau der Station verantwortlich, die voraussichtlich 2027 in Betrieb gehen wird. „Ermöglicht wird dieses wichtige Projekt durch das Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes und wird die Schlei-Region, die bislang mit der Bahn nicht gut erreichbar ist, besser an das ÖPNV-Netz anbinden“, sagte Madsen. Das sei nicht zuletzt angesichts des boomenden Urlaubs- und Freizeitverkehrs in der Region wichtig.

Sommerbahnsteig wird verlängert

Madsen erinnerte daran, dass das Land bereits 2021 die DB mit der Errichtung eines saisonal geöffneten Sommerbahnsteigs in Lindaunis beauftragt hatte – vor allem für touristische Züge. „Der saisonale Haltepunkt ist allerdings nur 50 m lang, nicht vollständig barrierefrei, hat keine Beleuchtung und keinen Wetterschutz – das wird sich nun ändern“, so der Minister. Darüber hinaus soll die neue Station auch eine digitale und akustische Fahrgastinformation, Beleuchtung und Sitzmöglichkeiten bekommen. Der Bahnsteig wird um 95 m auf insgesamt 145 m verlängert, damit in Zukunft auch längere Akkuzüge dort halten können. Die Gesamtkosten des Vorhabens belaufen sich nach derzeitiger Schätzung auf rund 1,2 Mio. Euro, die vollständig aus dem Sondervermögen des Bundes finanziert werden sollen.

Rund 200 tägliche Ein- und Aussteiger

Die neue Station Lindaunis wird mit Fertigstellung der Schleibrücke stündlich je Richtung an die Regionalexpress-Linie RE 72 nach Eckernförde, Kiel und Flensburg angebunden. Prognostiziert werden rund 200 tägliche Ein- und Aussteiger. Vor allem der touristische Verkehr und Pendler profitieren künftig von der besseren Erreichbarkeit. Fahrgäste werden in etwa 40 Minuten nach Kiel und in zirka 30 Minuten nach Flensburg reisen können. Borens Bürgermeister Detlefsen sagte: „Mit dem Ausbau und der Errichtung des festen Haltepunkts Lindaunis geht ein lang ersehnter Wunsch unserer Gemeinde in Erfüllung. Wir merken vor Ort den gestiegenen Bedarf an Bahnnutzenden.“ Im Anschluss an die Planungen wird die DB InfraGO die Bauleistung für die neue Station vergeben. Die Bauarbeiten sollen voraussichtlich im Jahr 2027 erfolgen. 

Rückblick

Die Strecke von Kiel über Eckernförde, Lindaunis und Süderbrarup nach Flensburg wurde am 21. Dezember 1881 eröffnet. Bei Lindaunis quert die Bahnlinie auf einer Schiene-Straße-Brücke, die derzeit neu errichtet wird, die Schlei. Seit 1986 wird die 80 km lange Verbindung im Stundentakt befahren, im Frühjahr 1987 führte man hier erstmalig in Deutschland die neue Zuggattung RegionalSchnellBahn (RSB) ein. Zum Einsatz kamen neue Triebzüge der Baureihe 628.2, die nur noch an den wichtigsten Stationen hielten. Zahlreiche kleinere Bahnhöfe wurden nicht mehr bedient, darunter auch der am nördlichen Schleiufer gelegene Haltepunkt Lindaunis. Im Lauf der letzten Jahre konnten aber mehrere Halte reaktiviert werden, darunter Husby und Kiel-Hassee. Nun folgt als nächstes Lindaunis.

Hintergrund zu InfraSpot.SH

Das 1350 km lange Schienennetz in Schleswig-Holstein soll stabiler und attraktiver werden. Dafür hat das Land Schleswig-Holstein in Abstimmung mit der Deutschen Bahn (DB AG) und der AKN Eisenbahn GmbH ein Arbeitspaket mit 13 zusätzlichen Schienenprojekten und einem Gesamt-Investitionsvolumen von 900 Mio. Euro geschnürt. Allein aus dem vom Bund bereitgestellten Sondervermögen für die Länder wird das Land – neben laufenden Projekten – in den nächsten Jahren 200 Mio. Euro zusätzlich ins Netz stecken. Das Sanierungs-Programm, mit dem die Mittel des Sondervermögens in Schienen, Straßen, Brücken und Radwege sowie Häfen in Schleswig-Holstein investiert werden, heißt InfraSpot.SH. Die extra für die schnelle Umsetzung eingerichtete Stabsstelle im Verkehrsministerium des Landes setzt sich dafür ein, dass viele Infrastruktur-Projekte früher realisiert werden können als ursprünglich geplant. Weitere Infos zu InfraSpot.SH gibt es hier. 

Text: Landesportal Schleswig-Holstein/red, Bild: Regionalverkehr

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