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Mobilität, Technik

GTW-Triebzüge: Zweites Leben in Ungarn

Stadler modernisiert 93 Triebzüge der schweizerischen Thurbo AG und verkauft sie an die Ungarischen Staatsbahnen MÁV. Bei Thurbo werden die GTW durch 107 neue FLIRT Evo desselben Herstellers ersetzt.

20. Januar 2026

Ein Zug fährt in einer verschneiten Landschaft über eine Brücke.
Mit dem Säntis im Hintergrund ist ein vierteiliger GTW bei Neu St. Johann im Toggenburg unterwegs.
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Die Ungarischen Staatsbahnen (Magyar Államvasutak, MÁV) haben einen erhöhten Bedarf an Rollmaterial. Dabei sollen nicht nur neue, sondern auch gebrauchte Fahrzeuge erworben werden. Bei der schweizerischen Thurbo AG, die in der Ostschweiz und im S-Bahn-Netz Zürich unterwegs ist, werden in den kommenden Jahren zahlreiche Triebzüge des Typs GTW (Gelenktriebwagen) durch neue Regionalzüge des Typs FLIRT Evo ersetzt. GTW und FLIRT Evo wurden bzw. werden von Stadler geliefert. Für den Schrottplatz wären die zirka 25 Jahre alten, bestens gepflegten GTW aber noch viel zu schade gewesen: So unterbreitete Stadler der Thurbo AG ein Angebot für den Kauf von 93 GTW und der MÁV eines für die Modernisierung und den Wiederverkauf der Flotte. Mit Erfolg: Mitte Januar 2026 haben beide Parteien die entsprechenden Verträge unterzeichnet. Über den Verkaufspreis wurde Stillschweigen vereinbart. 

Mehr Sitzplätze und höherer Komfort

Mit dieser Lösung erhalten die MÁV hochwertige Stadler-Züge und können den Fahrgästen schneller als durch die Beschaffung neuer Fahrzeuge rund 14.000 zusätzliche Sitzplätze bieten. Stadler übernimmt die Thurbo-Fahrzeuge zwischen 2027 und 2034 in jährlichen Tranchen und passt sie umfassend an die Anforderungen der MÁV an. Da die Einheiten in Ungarn noch ältere Fahrzeuge ersetzen, kann der Reisekomfort vor Ort deutlich verbessert werden. Bei den GTW von Thurbo handelt es sich um drei- und vierteilige Elektrotriebzüge, die über einen kurzen Antriebscontainer mit Stromabnehmer in der Fahrzeugmitte verfügen. Die Einheiten werden mit einem neuen Fahrgast-Informationssystem, Videoüberwachung, Schiebetritten, einem Bordcomputer für das Fahrpersonal sowie einem kombinierten Mirel- und ETCS-BL4-Zugsicherungssystem ausgestattet. Das Antriebssystem der GTW wird auf die ungarische Fahrleitungsspannung von 25 kV umgerüstet. Zudem erhalten die Fahrzeuge eine neue Folierung in den Farben der MÁV sowie neue Sitzbezüge. Pro Zug dauert die Modernisierung zwölf Wochen. Die Prototypen werden in der Schweiz umgebaut, für die anschließende Serienproduktion baut Stadler eine Serviceanlage in Ungarn auf. 

Eine nachhaltige Lösung für alle Parteien

Die GTW-Flotte von Thurbo umfasst insgesamt 110 Triebzüge. Zwischen 2002 und 2008 wurden 82 GTW beschafft, 2012/13 weitere 15 Einheiten und 2017/18 zusätzlich 13 Gebrauchtfahrzeuge von den Schweizerischen Bundesbahnen (SBB). Bei der Ausrangierung wird jedes dieser Fahrzeuge rund 5 Mio. km zurückgelegt haben und mehrfach revidiert worden sein. Der Kauf, die Modernisierung und der Weiterverkauf der GTW bringen Vorteile für alle Beteiligten. Die Züge erhalten ein zweites Leben und werden ökologisch wie finanziell nachhaltig weiter genutzt. Die Verlängerung der Lebensdauer ist eine wirtschaftlich attraktive Alternative zur Neubeschaffung, zudem stehen die modernisierten Einheiten deutlich schneller zur Verfügung als Neufahrzeuge. Für Stadler kann das Projekt mit Thurbo und den MÁV als Vorbild für weitere Initiativen dienen und den Weg für ein neues Geschäftsmodell ebnen. Der Verkaufserlös von Thurbo fließt darüber hinaus vollumfänglich in den regionalen Personenverkehr der Schweiz zurück, wodurch die Abgeltungen von Bund und Kantonen sinken und die öffentliche Hand entlastet wird.

Neubeschaffung wirtschaftlicher als Aufarbeitung

Thurbo hat sich 2021 für die Neubeschaffung von 107 Flirt Evo entschieden, da die GTW nur noch bedingt den heutigen Anforderungen von mobilitätseingeschränkten Reisenden genügen. Ebenso erfüllen sie die steigenden Ansprüche an die Kundeninformation und den Komfort der Reisenden nicht mehr vollumfänglich (dynamische Fahrgastinformation, Bestuhlung, größere Multifunktionszonen). Ein Weiterbetrieb der GTW-Flotte hätte für Thurbo kostspielige Revisionen und Umbauten zur Folge gehabt – unter anderem hätte ein Teil der Komponenten der Fahrzeugarchitektur und der Leittechnik ersetzt werden müssen.  

Auch aufgrund der Skaleneffekte durch die gemeinsame Beschaffung von FLIRT Evo in großer Zahl zusammen mit den SBB und RegionAlps, ein Betreiber im Kanton Wallis, ist die Neubeschaffung für Thurbo wirtschaftlicher und kundenorientierter. Die neuen FLIRT Evo werden parallel zur Außerbetriebnahme der GTW-Flotte schrittweise zwischen 2026 bis 2034 auf dem Thurbo-Netz eingeführt.

Text: Stadler/Thurbo/red, Bild: Thurbo AG/Christof Sonderegger

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