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Messen

InnoTrans: Erweiterte Siemens-Xcelerator-Strategie

Mit über 45 Exponaten bietet Siemens Mobility auf der InnoTrans 2026 einen tiefen Einblick in sein digitales Portfolio. Highlight ist die Vectron X, eine neue software-definierte Lokomotiv-Plattform.

21. Juli 2026

Darstellung einer Lokomotive auf einer Brücke über einem Gewässer.
Die neue Lokomotiv-Plattform Vectron X kombiniert bewährte Fahrzeug-Technologie mit digitalen Services.
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Vier Jahre nach dem Start der Siemens-Xcelerator-Strategie für den Bahnsektor bringt Siemens Mobility seine offene digitale Geschäftsplattform nun erstmals in das Schienenfahrzeug. Mit seiner Premiere auf der InnoTrans erweitert der Vectron X das Siemens-Xcelerator-Portfolio von Signaling X, Mobility Software Suite X und Railigent X um die Lokomotive selbst und markiert damit den nächsten Schritt hin zu einem stärker vernetzten, software-definierten Bahnsystem. 

Ein vernetztes und zukunftsfähiges Mobilitätssystem

Auf seinem über 1000 m2 großen Messestand mit rund 45 Exponaten und über 300 m Außenpräsentation zeigt der Hersteller, wie Daten und KI dabei helfen, die Kapazität von Bahnnetzen zu steigern, Verfügbarkeit und Zuverlässigkeit zu verbessern, das Reise-Erlebnis für Fahrgäste zu optimieren und Lebenszyklus-Kosten zu senken. „Nichts verändert den Bahnsektor schneller als Daten und KI“, sagte Michael Peter, CEO von Siemens Mobility Mitte Juli. „Betreiber benötigen mehr Kapazität, höhere Verfügbarkeit und ein besseres Fahrgast-Erlebnis, während sie gleichzeitig das Potenzial ihrer bestehenden Infrastruktur optimal nutzen müssen. Genau dafür wurde Siemens Xcelerator entwickelt.“ Auf der InnoTrans 2022 hatte Siemens Mobility angekündigt, ein vernetztes, offenes und zukunftsfähiges Mobilitätssystem aufzubauen – nun wird diese Vision Realität. Peter: „Unser Siemens-Xcelerator-Portfolio zeigt, wie offene Schnittstellen, standardisierte Daten und vernetzte Plattformen digitale Innovation in messbaren Kundennutzen übersetzen. Mit Vectron X bringen wir diese offene Plattform und den software-definierten Ansatz nun in das Schienenfahrzeug.“

Vectron X: Siemens Xcelerator für die Lokomotive

Im Zentrum der Ausstellung von Siemens Mobility steht Vectron X, die neue software-definierte Lokomotiv-Plattform des Unternehmens. Als offene und vernetzte Plattform konzipiert, kombiniert die Maschine bewährte Lokomotiv-Technologie mit digitalen Services, einem Onboard-App Store und einem zentralen Smart Screen, der Betriebsdaten, Strecken-Informationen sowie Kunden-, Betreiber- und Drittanbieter-Anwendungen in eine einzige Benutzer-Oberfläche integriert. Ermöglicht durch Railigent X entwickelt sich die neue Lokomotive kontinuierlich durch Software-Updates und neue digitale Funktionen während ihres gesamten Lebenszyklus weiter. Eine der zentralen Demonstrationen am Siemens-Stand verbindet den Führerstand einer Vectron X mit Signaling X, Mobility Software Suite X und Railigent X durch offene Daten, offene Schnittstellen und Cloud-Technologien und zeigt so ein integriertes Bahnsystem.

KI im gesamten Bahnsystem

Ein weiteres Highlight der Ausstellung ist das immersive KI-Kino-Erlebnis von Siemens Mobility. Es zeigt, wie Betriebsdaten über das gesamte Bahnsystem hinweg in konkrete Handlungs-Empfehlungen und messbaren Mehrwert für Betreiber übersetzt werden können. Gezeigte Anwendungsfälle umfassen KI-gestütztes Verkehrs-Management und Netz-Optimierung, vorausschauende Instandhaltung und Lebenszyklus-Optimierung, intelligente Fahrgast-Informationen und Reiseassistenten sowie datengetriebenes Infrastruktur-Monitoring und Diagnostik. 

Mehr Effizienz für die Bahn-Infrastruktur

Die Besucher erhalten Einblicke in neuartige Lösungen von Siemens Mobility für die digitale Bahninfrastruktur. Im Mittelpunkt steht Signaling X, die integrierte Technologie-Plattform für die digitale Transformation der Bahn-Infrastruktur. Durch die Verbindung bewährter Bahntechnologien mit digitalen Fähigkeiten, standardisierten Software- und Hardware-Plattformen sowie offenen Schnittstellen ermöglicht das System eine software-definierte, cloud-fähige, modularisierte und interoperable Architektur. Damit können Bahnbetreiber die Leistung, Resilienz und Cyber-Sicherheit ihrer Netze auf bestehender Infrastruktur verbessern und gleichzeitig Lebenszyklus-Kosten und Energieverbrauch senken. Im Rahmen der kontinuierlichen Weiterentwicklung von Signaling X für Länder und Städte präsentiert der Hersteller zudem seine Familie von Smart Object Controllern zur intelligenten Steuerung von Infrastruktur-Komponenten im Gleisfeld. Gemeinsam mit DS3, einer Sicherheits-Plattform für sämtliche Leit- und Sicherungstechnik-Anwendungen auf handelsüblicher Standard-Hardware (Commercial Off-the-Shelf, COTS), zeigen sie, wie sich digitale Intelligenz bis in die Feldebene erweitern lässt und damit flexiblere sowie besser skalierbare Bahnbetriebe ermöglicht.

Optimierung des Lebenszyklus 

Mit Railigent X und seinem umfassenden Service-Portfolio zeigt Siemens Mobility Customer Services, wie Datenintelligenz und KI die Instandhaltung neu definieren. Durch integrierte Sensoren und Diagnose-Systeme wird jedes Asset – ob batterie-elektrischer Zug oder Infrastruktur-Komponente – zu einer wertvollen Datenquelle. Zusätzliche Mess- und Überwachungssysteme entlang der Strecke und am Fahrzeug, wie die Vehicle Equipment Measurement Systems (VEMS) zur automatisierten Fahrzeug-Inspektion, schaffen noch mehr Transparenz über Zustand und Leistung von Assets. Auf Basis dieser Erkenntnisse überwachen Siemens-Experten Flotten in Echtzeit, diagnostizieren Störungen aus der Ferne und helfen dabei, Probleme zu beheben, bevor sie den Betrieb beeinträchtigen. KI-gestützte Zustandsmodelle ermöglichen vorausschauende Instandhaltung, indem sie Ausfälle prognostizieren und den optimalen Zeitpunkt für präventive Maßnahmen bestimmen. So lassen sich Wartungsintervalle verlängern und Assets länger einsatzbereit halten. Over-the-Air-Software-Updates halten Fahrzeuge ohne zusätzliche Werkstatt-Aufenthalte auf dem neuesten Stand. Gleichzeitig unterstützt derselbe datenbasierte Ansatz ein effizienteres Ersatzteil-Management und eine höhere Verfügbarkeit von Komponenten.

Software als Orchestrator

Software spielt eine Schlüsselrolle dabei, den Bahnbetrieb zu optimieren und die verschiedenen Elemente moderner Mobilität miteinander zu vernetzen. Sie zählt zu den wirkungsvollsten Hebeln, um die Leistungsfähigkeit und Wirtschaftlichkeit von Bahnsystemen durch eine bessere Auslastung von Infrastruktur und Fahrzeugen zu steigern. Auf der InnoTrans präsentiert Siemens Mobility sein Portfolio Mobility Software Suite X, das darauf ausgelegt ist, das Fahrgast-Erlebnis zu verbessern und zusätzliche, digital ermöglichte Kapazitäten auf Schiene und Zug zu schaffen. Dazu gehört S3 Passenger Revenue Management, ein KI-gestütztes Modul innerhalb der S3-Passenger-Plattform. Es verknüpft Kapazitäts-Management, Tarife und Reservierungen in Echtzeit, um Auslastung und Erlöse zu optimieren. KI-basierte Reisebegleiter-Apps unterstützen Fahrgäste während ihrer gesamten Reise, zugleich verbessert KI-basiertes Störungs-Management die Kommunikation und ermöglicht schnellere Reaktionen auf Betriebsstörungen. Zum Software-Portfolio gehört außerdem die Train Planning System (TPS) Suite, die Betreibern helfen kann, die Auslastung ihrer Infrastruktur um bis zu 20 % zu steigern. Mit TPS.live zeigt das Unternehmen eine Lösung für KI-gestützte Konflikt-Erkennung und die netzweite Optimierung von Zugverkehren. Erstmals wird zudem TPS.yardoptimizer, eine cloudfähige SaaS-Lösung (Software as a Service) zur effizienten Steuerung und Optimierung von Rangierbahnhöfen, vorgestellt.

Ganzheitliche Bahnsysteme aus einer Hand

Mit seinem Turnkey-Geschäft bietet Siemens Mobility weltweit ganzheitliche Lösungen für die Entwicklung moderner Bahnsysteme. Ein Highlight der Turnkey-Ausstellung ist das Velaro Novo Exponat, das zeigt, wie die Hochgeschwindigkeits-Plattformen von Siemens Menschen, Städte und Wirtschaftsräume rund um den Globus miteinander verbinden. Darüber hinaus veranschaulicht das Unternehmen, wie digitale Zwillinge Bahninfrastruktur-Projekte entlang des gesamten Lebenszyklus unterstützen, von der Planung über die Realisierung bis hin zum Betrieb. Dadurch können Kunden Effizienz, Zuverlässigkeit und Projekt-Umsetzung nachhaltig verbessern.

Im Außengelände

Im Außenbereich der InnoTrans präsentiert Siemens Mobility unter anderem den Vectron X, den weiterentwickelten Elektrotriebzug Mireo für den Fernverkehr der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB), einen batterie-elektrischen Mireo Plus B für die S-Bahn Mitteldeutschland sowie den Metrozug Inspiro für die Piccadilly Line in London. 

Text: Siemens Mobility/red, Bild: Siemens Mobility

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