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Infrastruktur

Nürnberg – Regensburg wieder in Betrieb

Die DB InfraGO AG hat die erste Korridorsanierung in Bayern abgeschlossen: Seit dem 1. August 2026 fahren auf der grundlegend erneuerten Strecke Nürnberg – Regensburg wieder alle Züge.

5. August 2026

Ein Zug fährt auf einer zweigleisigen Strecke durch einen Wald.
Der Regionalverkehr läuft zwischen Nürnberg und Regensburg auf neuen Gleisen wieder planmäßig.
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Seit Februar 2026 haben täglich bis zu 2000 Mitarbeitende der DB InfraGO und der beteiligten Bauunternehmen die störanfällige und überalterte Infrastruktur auf der rund 88 km langen Hauptbahn Nürnberg – Regensburg umfassend erneuert. Hochwertige Ersatzbusse brachten die Fahrgäste währenddessen verlässlich ans Ziel. Im Fern- und Güterverkehr rollten die Züge über Umleiterrouten. 

Umfangreiches Bauprogramm

Im Rahmen der Korridorsanierung hat die DB InfraGO in Zusammenarbeit mit den Baupartnern Swietelsky, SPITZKE und Hitachi Rail, den Bauüberwachungen Railing sowie der Arbeitsgemeinschaft aus KMS, GBL und DB E&C und vielen weiteren, teils regionalen Unternehmen ein enormes Bauprogramm geschafft. Erneuert bzw. neu gebaut wurden über 100 km Gleise, mehr als 100 km Oberleitung, 1300 Oberleitungsmasten, 74 Weichen sowie zwei neue Überleitstellen für mehr Flexibilität im Zugverkehr (eine weitere Überleitstelle wurde baulich vorbereitet). Zudem sanierte man eine Brücke, zwei Durchlässe sowie die Bahndämme in Pölling und Deining, letztere mit aufwendigen Spezialverfahren. Hinzu kam die Modernisierung der Innenanlage von acht Stellwerken sowie der Signale und des Achszählsystems (ETCS-ready). Laut Bahn konnte mehr als die ursprünglich geplante Infrastruktur erneuert werden, da während der Bauphase weitere Sanierungspotenziale erkannt und in den Bauablauf integriert wurden. 

Die DB InfraGO hat die Kostenprognose für die Korridorsanierung zudem um einen dreistelligen Millionen-Betrag abgesenkt – die Sanierung wird nach aktuellem Stand also günstiger als ursprünglich geplant. Die finalen Kosten stehen allerdings erst fest, wenn alle Abrechnungen und Nachforderungen abgeschlossen sind.

Auch die 20 Stationen zwischen Nürnberg und Regensburg hat die DB InfraGO modernisiert und aufgewertet. Je nach Zustand des Bahnhofs wurden verschiedene Maßnahmen umgesetzt, um die Stationen und das Bahnhofsumfeld attraktiver zu gestalten. Dazu gehören unter anderem neue Bahnsteige, moderne Fahrgast-Informationssysteme, Wetterschutzanlagen, neue Aufzüge, Personenunterführungen, Zugänge und energiesparende Beleuchtung. 

Verzögerte Wiederinbetriebnahme

Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender DB InfraGO, freute sich über die Wiederinbetriebnahme der umfassend erneuerten Strecke, bedauerte aber auch, dass sich die Wiederinbetriebnahme verzögert hat. Gerade bei Zeitplänen müsse die DB InfraGo künftig noch verlässlicher werden, sagte er am 31. Juli 2026. Ulrich Lange (CSU), Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, unterstrich: „Die auch bei dieser Korridorsanierung aufgetretenen zeitlichen Verzögerungen stellen für die Reisenden und insbesondere die Güterverkehrsunternehmen eine große Belastung dar. Da muss die DB InfraGO AG besser werden.“ Auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) bedauerte die Verzögerung, hoffte aber, dass die Bahn die gewonnenen Erkenntnisse für die kommenden Sanierungen nutzen werde. Die Wiederinbetriebnahme des Korridors war ursprünglich für den 10. Juli 2026 geplant. Weil die sicherheitstechnische Überprüfung der neuen Stellwerkstechnik jedoch länger andauerte, konnte der Zugverkehr nach Angaben der Bahn zunächst nicht wieder aufgenommen werden. 

Positive Bilanz zum Verkehrskonzept

Zum Abschluss der Bauarbeiten zog die DB auch eine positive Bilanz zum Verkehrskonzept. Züge des Fern- und Güterverkehrs verkehrten in den vergangenen fünf Monaten weitgehend stabil auf den Umleitungsstrecken. Auch Unternehmen mit Gleisanschluss zwischen Nürnberg und Regensburg konnten zuverlässig angefahren werden. Seit Beginn der Korridorsanierung wurden trotz Streckensperrung rund 400 Bedienfahrten durchgeführt. Für einen reibungslosen Bauablauf übernahmen viele lokale Unternehmen aus der Region die Materialversorgung, auch die Anlieferung der neuen Schwellen erfolgte direkt aus dem Baufeld.

Im Regionalverkehr hat die DB InfraGO in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG), den Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) agilis, DB Regio Bayern und den Busfirmen deu.mobil und go.on einen umfangreichen Ersatzverkehr mit über 90 modernen Bussen auf die Straße gebracht. Seit Februar haben sie Fahrgäste größtenteils pünktlich und zuverlässig an ihr Ziel gebracht. Die Pünktlichkeitsquote der Ersatzbusse lag bei rund 96 %. 

Nachgelagerte Restarbeiten und nächste Korridorsanierungen

Zwischen Nürnberg und Regensburg finden nun noch geplante nachgelagerte Restarbeiten statt, wie etwa der Abbau der Baustellen-Einrichtungsflächen, Randwegsarbeiten und der Abriss von Gebäuden. Am Haltepunkt Deining wird 2027 eine barrierefreie Zuwegung zum Bahnsteig 2 errichtet. Ebenso wird an einigen Stationen das Bahnhofsumfeld in enger Abstimmung mit den Kommunen neu gestaltet. Die genannten Arbeiten haben keinen Einfluss auf den Zugbetrieb. Um den guten Zustand der Strecke zu erhalten, sind ebenso weiterhin Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich. Diese werden in kurzen, zumeist nächtlichen Sperrpausen umgesetzt.

Zusätzlich ist der Bau von drei Überholgleisen in Planung, unter anderem in Parsberg: Diese werden nachgelagert umgesetzt, da Planfeststellungsverfahren nötig sind. Außerdem werden für die geplante Umstellung auf das Europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS bis 2030 noch weitere vorbereitende Arbeiten an der Leit- und Sicherungstechnik stattfinden. Ziel ist, die Arbeiten so umzusetzen, dass der Zugverkehr möglichst wenig beeinträchtigt wird.

Die Sanierung der Hauptbahn Nürnberg – Regensburg ist die erste von sieben Korridorsanierungen in Bayern. Die Strecke ist mit täglich mehr als 350 Zügen eine der meistbefahrenen Bahnstrecken des Freistaats, Teil der europäischen Verkehrsachse Rhein-Donau und ein wichtiger Baustein für den grenzüberschreitenden Verkehr Richtung Österreich. Seit dem 14. Juni 2026 wird auch der anschließende Abschnitt (Regensburg –) Obertraubling – Passau umfassend modernisiert und erneuert.

Die DB InfraGO bündelt in den kommenden Jahren im Rahmen von Korridorsanierungen das Baugeschehen auf über 40 hochbelasteten Strecken im deutschen Schienennetz, um die Infrastruktur und damit die Pünktlichkeit der Züge deutlich zu verbessern. 

Text: DB AG/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Daniel Karmann

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