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Infrastruktur

Stuttgart 21: Eröffnung erst 2031?

Am 8. Juni 2026 wurde bekannt, dass sich die Inbetriebnahme des Tunnelbahnhofs Stuttgart 21 um weitere fünf Jahre verschieben soll. Das Pro Gäubahn-Landesbündnis begrüßt, dass sich die Kappung der Gäubahn damit ebenfalls verschiebt.

10. Juni 2026

Ein Elektrotriebzug steht an einem Bahnsteig.
Ein Nahverkehrstriebzug von DB Regio wartet in Stuttgart Hbf (oben) auf die Abfahrt.
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Mehrere Medien, darunter spiegel.de, berichteten am 8. Juni 2026, das sich die Inbetriebnahme von Stuttgart 21 um fünf Jahre auf Dezember 2031 verschieben wird. Offiziell bestätigt wurde die Meldung von der Deutschen Bahn (DB AG) nicht. 

Kappung der Gäubahn ebenfalls verschoben?

Das Pro Gäubahn-Landesbündnis begrüßt die Verschiebung der Inbetriebnahme auf das Jahr 2031. „Für die Fahrgäste entlang der Gäubahn ist das zunächst eine sehr gute Nachricht“, erklärte Andreas Frankenhauser vom Pro Gäubahn-Landesbündnis am 9. Juni 2026. „Die geplante Kappung der Gäubahn in Stuttgart-Vaihingen rückt damit erneut in weitere Ferne. Die Menschen entlang der Strecke behalten ihre direkte Anbindung an den Stuttgarter Hauptbahnhof nun mindestens bis 2031.“ Nach Plänen der Bahn sollten die Nah- und Fernverkehrszüge der Achse (Zürich –) Singen (Hohentwiel) – Rottweil – Horb – Stuttgart-Vaihingen – Stuttgart Hbf ab Ende 2026 für mehrere Jahre in Vaihingen enden. Hier hätten die Reisenden auf die Stuttgarter S-Bahn oder die Stadtbahn umsteigen müssen. Die Gäubahn soll erst ab 2032 über den geplanten Pfaffensteigtunnel in den künftigen Tiefbahnhof eingeführt werden. Nach Ansicht von Pro Gäubahn schafft die abermalige Verschiebung der Eröffnung nun wertvolle Zeit, um den Bahnknoten Stuttgart fahrgastfreundlicher zu gestalten und die von der Bahn als Provisorium geplante Kombibahnhof-Lösung auf Dauer umzusetzen.

Kurze Verbindungen statt „Fernwanderwege“ 

Besonders kritisch sieht Pro Gäubahn die bislang vorgesehenen langen Wege zwischen Stuttgarter Innenstadt, Tiefbahnhof, Kopfbahnhof sowie S- bzw. Stadtbahn. „Es ist schwer vermittelbar, dass Reisende weiterhin große Umwege zurücklegen sollen, obwohl Tiefbahnhof und Kopfbahnhof dicht nebeneinander liegen“, erklärt Dr. Hans-Jörg Jäkel vom Gäubahn-Komitee Stuttgart. „Die nun gewonnene Zeit muss die DB nutzen, um die Fernwanderwege durch kurze Verbindungen zu den Bahnsteigen zu ersetzen. Hierzu haben wir bereits eigene gut umsetzbare Vorschläge unterbreitet.“ Pro Gäubahn fordert deshalb, den S21-Tiefbahnhof frühzeitig als direkten Durchgang zu den oberirdischen Bahnsteigen des Kopfbahnhofs zu öffnen. Fahrgäste sollen künftig ohne Umwege zwischen den beiden Bahnhofsteilen wechseln können. 

Forderungen von Pro Gäubahn

„Jede weitere Verschiebung bestätigt, dass es falsch wäre, funktionierende Infrastruktur vorschnell aufzugeben“, so Hendrik Auhagen von Pro Gäubahn Konstanz. „Der bestehende Kopfbahnhof wird auch in den kommenden Jahrzehnten unverzichtbar bleiben. Statt über dessen Rückbau zu diskutieren, muss die DB nun mutig vorangehen und eine dauerhafte Kombibahnhofs-Lösung mit ausreichenden Kapazitäten umsetzen.“ Das Bündnis fordert deshalb

  • die direkte Anbindung der Gäubahn an Stuttgart Hbf (oben) dauerhaft abzusichern, 
  • die geplanten Fernwanderwege im Hauptbahnhof durch direkte Verbindungen zwischen Tiefbahnhof und Kopfbahnhof zu beseitigen,
  • den Tiefbahnhof frühzeitig als Durchgang zu den oberirdischen Bahnsteigen zu öffnen,
  • den als Provisorium von der DB geplanten Kombibahnhof-Betrieb dauerhaft anzulegen und als Chance für mehr Kapazität und Betriebsstabilität zu nutzen,
  • die oberirdische Schienen-Infrastruktur in Stuttgart instand zu setzen und fit zu machen für die nächsten Jahrzehnte
  • sowie den zweigleisigen Ausbau der Gäubahn endlich konsequent voranzutreiben.

„Die erneute Verschiebung von Stuttgart 21 ist vor allem eine Chance“, betont Frankenhauser abschließend. „Eine Chance, den Bahnknoten Stuttgart fahrgastfreundlicher zu gestalten, die Umsteigewege zu verkürzen und die direkte Anbindung der Gäubahn dauerhaft zu sichern. Diese Zeit sollte jetzt sinnvoll genutzt werden.“

Über Pro Gäubahn

Das überregionale Pro Gäubahn-Landesbündnis wurde im Frühjahr 2024 gegründet und übernimmt die Interessensvertretung der Gäubahn. Das Bündnis setzt sich aus einer Vielzahl lokaler Initiativen entlang der Strecke zusammen und wehrt sich nachdrücklich dagegen, dass die Gäubahn für Stuttgart 21 amputiert und unterbrochen werden soll. In der so genannten Rottweiler Erklärung spricht sich Pro Gäubahn dagegen aus, dass 1,4 Mio. Einwohner im Einzugsgebiet der Gäubahn auf der Schiene abgehängt werden. Der Tuttlinger Appell ruft Bund, DB, Land, Region und Landeshauptstadt Stuttgart dazu auf, die Gäubahn nicht zu zerstören. 

Text: Pro Gäubahn/red, Bild: Regionalverkehr

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