
Die Forschenden haben untersucht, wie zuverlässig autonome Shuttles im Alltag fahren, wie die Bevölkerung darauf reagiert und welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen breiten Einsatz nötig sind. Es profitieren besonders Menschen in ländlichen Regionen, wo Busse selten fahren. Nun haben die KIT-Forschenden den Abschlussbericht der Studie veröffentlicht.
Hohe Offenheit gegenüber der Technik
„Automatisierte Angebote können die Mobilität im ländlichen Raum deutlich verbessern – vorausgesetzt sie fahren zuverlässig und die Nutzenden verstehen, was das Fahrzeug kann“, sagte Professor Martin Kagerbauer vom Institut für Verkehrswesen (IFV) des KIT am 4. März 2026. Die Ergebnisse stammen aus der Auswertung von 1600 Testfahrten mit Fahrgästen in den Städten Mannheim und Friedrichshafen. Die Befragungen zeigen, dass viele Menschen autonomen Fahrzeugen offen gegenüberstehen. Entscheidend ist jedoch, dass sie sich während der Fahrt sicher fühlen. „Es geht zum einen um die Sicherheit der technischen Systeme, zum anderen um möglicherweise aggressive oder bedrohliche Mitreisende“, so Christian Klinkhardt vom IFV. Wichtig seien ein gut einsehbarer Innenraum, eine direkte Verbindung zur Leitstelle und verständliche Informationen während der Fahrt.
Neue Mobilitätsoptionen für ländliche Räume
Die Analyse der Testfahrten zeigt: Autonome Shuttles können alltägliche Wege – etwa zum Bahnhof, zum Einkaufen oder zur Schule – erleichtern und bisher notwendige Autofahrten ersetzen. „Gerade in Randlagen entstehen dadurch neue Möglichkeiten“, erläutert Klinkhardt. Voraussetzung sei, dass die Shuttles verlässlich fahren, auf Abruf verfügbar sind und sich einfach in bestehende Ticket- und Informationssysteme integrieren lassen. Zudem müssen die Zuständigkeiten klar geregelt sein. Professor Martin Kagerbauer: „Wer betreibt die Fahrzeuge und die Software? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn das autonome System einmal nicht verfügbar ist? Das sind praktische Fragen, die im klassischen Busverkehr keine Rolle spielen.“ Erst wenn diese Rollen unter Fahrzeug-Herstellern, Software-Anbietern oder kommunalen Verkehrsunternehmen eindeutig verteilt seien, könne ein verlässlicher Alltagsbetrieb entstehen.
Weitere Shuttle-Projekte in Hamburg, Darmstadt, Offenbach
Die Erkenntnisse aus dem abgeschlossenen Projekt „Reallabor für den automatisierten Busbetrieb“ (RABus) fließen direkt in die laufenden KIT‑Projekte „KIRA“ und „ALIKE“ ein. Diese erproben autonome Kleinbusse in weiteren Regionen, darunter Hamburg, Darmstadt und der Kreis Offenbach.
Nächster Schritt: Shuttles ohne Sicherheitsbegleitung
Als wichtigen nächsten Schritt sehen die Forschenden ein regulär zugelassenes Fahrzeugmodell, das ohne Sicherheits-Begleitperson fahren darf. Erst dann lassen sich größere Modellregionen umsetzen, wie sie die Bundespolitik plant. Mittelfristig könnten autonome Shuttles die Mobilität besonders dort verbessern, wo heute Busse selten fahren oder Personal fehlt.
Text: KIT/mex, red, Bild: Felix Kästle, ZF Friedrichshafen


