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Infrastruktur, Mobilität

Korridor-Sanierung Rosenheim – Salzburg vor dem Start

Vom 7. Februar bis 9. Juli 2027 wird der 82 km lange Abschnitt Rosenheim – Freilassing – Salzburg generalsaniert. Umleitungen und neun Ersatzbus-Linien sollen Fern- wie Regionalverkehr am Laufen halten.

21. Oktober 2026

Das Schild einer Bushaltestelle mit der Aufschrift Ersatzverkehr.
Mehr als 70 Busse werden im Schienenersatzverkehr (SEV) im Einsatz sein.
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Während die Korridor-Sanierung zwischen Obertraubling und Passau seit dem 14. Juni auf Hochtouren läuft und am 12. Dezember 2026 enden soll, rückt der Baustart für den inzwischen dritten bayerischen Korridor näher: Die Sanierung der Strecke zwischen Rosenheim und Salzburg mit Vollsperrung im Abschnitt Rosenheim – Freilassing.

Änderungen im Fern- und Güterverkehr

Die Sperrung beginnt am 7. Februar abends und dauert bis zum 9. Juli 2027. Für die Fahrgäste kommt es in diesem Zeitraum zu umfangreichen Änderungen im Regional- und Fernverkehr. Im Fernverkehr fahren die Züge der Verbindung München – Wien (– Budapest) über Passau. Die Fahrzeit verlängert sich, und der Halt in Salzburg entfällt. Fernverkehrszüge der Verbindung Frankfurt (Main) – Stuttgart – München – Klagenfurt/Graz entfallen auf dem Abschnitt zwischen München und Salzburg. Ersatzweise verkehren einzelne EC-Züge zwischen München und Salzburg über Mühldorf (Inn) sowie zwischen München und Graz via Wörgl. Die Nightjet-Züge der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) werden über Passau umgeleitet. Auch der Güterverkehr fährt über Umleitungsrouten. 

Änderungen im Regionalverkehr 

Für den Nahverkehr ergeben sich durch die Komplett-sperrung zwischen Rosenheim und Freilassing ebenfalls umfangreiche Änderungen. Damit alle Fahrgäste weiter mit dem öffentlichen Verkehr an ihr Ziel kommen, hat die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) in Abstimmung mit den Eisenbahn-Verkehrsunternehmen (EVU) sowie mit DB InfraGO und den betroffenen Kommunen ein Konzept für einen leistungsstarken Ersatzverkehr erarbeitet. Mehr als 70 Busse ersetzen auf neun Linien den SPNV. Zusätzlich besteht alle zwei Stunden eine schnelle Zugverbindung zwischen München und Freilassing bzw. Salzburg über Mühldorf: Dabei handelt es sich bei jeder dritten Verbindung um ein Fernverkehrsangebot (siehe oben), alle anderen Züge sind im Regionalverkehr unterwegs und enden in Freilassing. Dort können Fahrgäste zusätzliche Pendelzüge nach Salzburg nutzen. 

Darüber hinaus gibt es auch auf einzelnen Strecken jenseits des Abschnitts Rosenheim – Salzburg Ersatzverkehr und Fahrplanänderungen, da Fern- und Güterzüge über andere Routen umgeleitet werden. Auf diesen Linien muss der Regionalverkehr ausgedünnt werden.  Detaillierte Informationen zum Verkehrskonzept stellt die BEG hier zur Verfügung. Ebenso bietet die DB auf einer eigenen Website einen ausführlichen Überblick zum Ersatzverkehr. Die Fahrplandaten sind bereits größtenteils auf www.bahn.de sowie in der App DB Navigator und weiteren Auskunftsmedien abrufbar, sodass sich Reisende über mögliche Verbindungen informieren können. 

Ersatzbusse im einheitlichen Design

Für die Ersatzverkehre während der Korridor-Sanierungen hat die DB einheitliche Qualitätsvorgaben sowie ein konsistentes Erscheinungsbild in der Farbe Verkehrspurpur definiert. Diese Standards kamen bereits bei der Sanierung zwischen Nürnberg und Regensburg zum Einsatz und werden aktuell auch bei der Sanierung zwischen Obertraubling und Passau genutzt. Dazu gehören unter anderem neuwertige, klimatisierte und barrierefrei zugängliche Fahrzeuge, die über WLAN und zum Teil über Toiletten an Bord verfügen.

Modernisierung von Gleisen, Oberleitung und Bahnhöfen

Bei der Korridorsanierung zwischen Rosenheim und Salzburg baut und erneuert die DB InfraGO entlang der 82 km langen Strecke unter anderem rund 40 km Gleise, über 40 Weichen und zirka 100 km Oberleitungen oder setzt sie instand. Zudem werden vier Brücken, eine Stützwand, fünf Durchlässe und zwei Schwergewichtsmauern saniert. Außerdem modernisiert die DB InfraGO die Leit- und Sicherungstechnik. So werden fünf Stellwerke modernisiert und für das europäische Zugbeeinflussungssystem ETCS vorbereitet. Die Stellwerke Bad Endorf und Prien am Chiemsee werden zum Ende der Korridorsanierung in Betrieb genommen, die weiteren Stellwerke in Übersee, Traunstein und Teisendorf folgen im ersten Halbjahr 2028. 

Modernisiert werden auch die neun Bahnhöfe zwischen Rosenheim und Freilassing – dabei steht der barrierefreie Ausbau im Fokus. Zu den Baumaßnahmen zählen unter anderem Bahnsteig-Erneuerungen an den sechs Stationen Bad Endorf, Prien, Bernau a Chiemsee, Übersee, Bergen (Oberbay) und Teisendorf. Ergänzend werden an den drei Bahnhöfen Übersee, Bergen und  Teisendorf Aufzüge installiert. Auch werden an diesen drei Stationen neue Unterführungen gebaut bzw. bestehende Unterführungen saniert. Kleinere Verschönerungsmaßnahmen finden in Traunstein, Rosenheim und Freilassing statt. 

Weiter geht’s 2031

Mit der Sanierung zwischen Rosenheim und Salzburg ist die Hauptbahn zwischen München und Salzburg erst zur Hälfte erneuert. Nach dem jüngst überarbeiteten Konzept von DB InfraGo wird der Abschnitt München – Rosenheim erst 2031 grundüberholt.

Text: DB AG/red, Bild: Deutsche Bahn AG/Volker Emersleben

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