
Der Start des Probebetriebs der TINA-Straßenbahn ist ein bedeutender Schritt bei der Modernisierung des Tramnetzes der HTM Personenvervoer NV (HTM) (früher „Haagsche Tramweg Maatschappij“). Eine neue Generation barrierefreier und geräumiger Fahrzeuge wird künftig die Reisenden durch die Stadt an der Nordsee befördern.
Batteriepaket für stromlose Abschnitte
HTM hat bei Stadler insgesamt 62 dreiteilige TINA-Straßenbahnen bestellt. Die Zweirichtungs-Fahrzeuge sind 36,5 m lang und 2,65 m breit, klimatisiert und bieten Platz für bis zu 230 Fahrgäste. Vier speziell entwickelte TINA-Drehgestelle (TINA steht für „Total integrierter Niederflurantrieb“) sorgen für einen ruhigen Lauf und reduzieren den Verschleiß an Rädern und Gleisen. Der Mittelwagen läuft auf zwei Fahrwerken, die Endwagen mit jeweils einem Drehgestelle liegen auf dem Mittelwagen auf. Eine Besonderheit ist das LTO-Batterie-Paket (Lithium-Titanium-Oxide), das ein Befahren von bis zu 1,26 km langen Streckenabschnitten ohne Oberleitung ermöglicht. So lassen sich Baustellen ohne Stromversorgung passieren oder Teilstücke, in denen der Fahrdraht das Stadtbild stören würde. Auf jeder Seite sorgen fünf breite Doppeltüren für einen schnellen Fahrgastwechsel. Dank der Niederflurbauweise ist der Ein- und Ausstieg für alle Reisenden einfacher, auch der Innenraum ist barrierefrei gestaltet. Große Panoramafenster ermöglichen eine freie Sicht nach draußen.
Ergonomischer Fahrerplatz
Im Cockpit bietet das Stadler UNIBOARD© dem Fahrpersonal ein Höchstmaß an Sicherheit und Komfort: Die Anzeige passt sich automatisch an die jeweilige Situation an, ermöglicht eine schnelle visuelle Erfassung der relevanten Informationen und lässt sich intuitiv bedienen. Der ergonomisch gestaltete Arbeitsplatz bietet eine optimale Sicht auf die Strecke. Fahrer-Assistenzsysteme, darunter ein Kollisions-Warnsystem, erhöhen die Sicherheit.
Umfassende Vorbereitung der Fahrzeuge
Die Neuzugänge werden die langjährig eingesetzte GTL8-Flotte der HTM schrittweise ersetzen. Für Stadler ist es der bislang größte Auftrag für TINA-Straßenbahnen: Fahrzeuge dieser Bauart wurden unter anderem bereits nach Basel, Darmstadt, Rostock, Gera und Halle (Saale) geliefert. Dem Start des Probebetriebs ging ein Programm zur Entwicklung, Fertigung und Erprobung der Fahrzeuge voraus – damit wurde die neue Flotte umfassend auf ihren Einsatz in Den Haag vorbereitet. Die TINA-Fahrzeuge werden im Stadler-Werk im polnischen Siedlce gefertigt.
Fester Bestandteil des Alltags
Dr. Ansgar Brockmeyer, stellvertretender Group CEO von Stadler, sagte bei der Übergabe der ersten Bahn am 7. September 2026: „Der heutige Tag ist ein besonderer Moment für alle, die an diesem Projekt beteiligt sind. Gemeinsam mit HTM haben wir ein Fahrzeug entwickelt, das den Bedürfnissen einer modernen Stadt entspricht: barrierefrei, komfortabel, zuverlässig und konsequent auf die Fahrgäste ausgerichtet. Wir danken HTM für das Vertrauen und die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Nun freuen wir uns darauf, dass die TINA-Flotte zu einem festen Bestandteil des Alltags in Den Haag wird.“
Text: Stadler/red, Bild: Stadler



