
Der offizielle InnoTrans-Auftakt, bei dem rund 1000 geladene internationale Gäste aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik im Palais der Messe Berlin zusammentrafen, stand unter dem Motto „Mobility on a global scale – Shaping projects and growth opportunities“. Im Eröffnungs-Panel diskutierten dementsprechend Industrie-Vertreter wie Martin Sion, CEO von Alstom, Michael Peter, CEO von Siemens Mobility, und Petr Novotny, CEO und Executive Chairman der Škoda Group, miteinander.
Neuheiten, KI und Robotik
Die InnoTrans 2026 ist dicht belegt, die Hallen ebenso wie das Freigelände (wobei auf der Gleisharfe hier und da aber noch ein paar Lücken klaffen). Wer schnell einen Überblick gewinnen will, kann sich den Rundgängen anschließen, die mit unterschiedlichen thematischen Schwerpunkten täglich angeboten werden. Bereits am 21. September 2026 konnten sich internationale Journalisten bei acht Herstellern (Stadler, Škoda, Vossloh Rolling Stock, Liebherr, Hitachi, CRRC, Alstom und Siemens) und einem Forschungsprojekt (AutomatedTrain) einen Überblick über automatisiertes Fahren, Echtzeit-vernetzte Fahrzeuge, modulare Antriebsformen, Leichtbau bei Lokomotiven und Straßenbahnen, Fahrzeuge für den Gleisbau, Hochgeschwindigkeitszüge und Güterzüge der Zukunft verschaffen. Ab dem 22. September werden täglich zehn Rundgänge durch Hallen und Außengelände angeboten. Sie stehen allen Besuchern offen, die sich über die InnoTrans-App angemeldet haben. Die Rundgänge decken drei große Themenbereiche ab: Weltneuheiten (World Innovation Tours), Künstliche Intelligenz (AI Tours I und II) sowie erstmals Robotics (I und II).
So groß wird die InnoTrans 2026
Dieses Jahr feiert InnoTrans ihr 30-jähriges Bestehen – pünktlich dazu liefert die Messe neue Rekordzahlen ab. Erstmals sind mehr als 3170 Aussteller dabei, das sind nochmal rund 200 mehr als 2024, das ebenfalls ein Rekordjahr war. Die 42 Hallen des Messegeländes, das insgesamt eine Brutto-Ausstellungsfläche von 200.000 m2 hat, sind ausgebucht. Das gilt im Wesentlichen auch für das rund 20.000 m2 große Freigelände der InnoTrans. Dort sind dieses Jahr 113 Fahrzeuge aus 17 Ländern zu finden. Von den rund 130 Ausstellern, die sich im Außenbereich präsentieren, sind etwa 30 Unternehmen erstmals in diesem Segment dabei. Die Chancen stehen gut, dass InnoTrans die Rekord-Besucherzahl von etwa 170.000 aus dem Jahr 2024 übertrifft.
Dabei hat alles ganz klein angefangen: Zur ersten InnoTrans 1996 kamen 172 Aussteller und etwa 6400 Fachbesucher. Im Jahr 2000 betitelte das Fachmagazin „EI – Der Eisenbahningenieur“ das Event erstmals als „Leitmesse für Verkehrstechnik“. Und die Ausstellungs-Macher haben weitere Ambitionen: Für nächstes Jahr ist erstmals die InnoTrans Asia geplant, und zwar in Singapur. Etwa die Hälfte der dortigen Ausstellungsfläche sei bereits gebucht, meldeten die Organisatoren kürzlich.
Dekarbonisierung im Regionalverkehr bleibt aktuell
Die Reduzierung des CO₂-Ausstoßes im Regionalverkehr ist auch auf der InnoTrans 2026 (wieder) ein wichtiges Thema. Gleich mehrere Fahrzeughersteller zeigen auf dem Freigelände dazu Lösungen. Eine Weltpremiere ist der batterie-elektrische Triebzug (BEMU) von CAF aus Spanien. Der SPNV-Aufgabenträger Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat insgesamt 76 Züge bestellt: 15 vom 44,9 m langen Kurztyp und 61 vom 55,5 m langen Langtyp. Eine Besonderheit der Züge ist, dass sie je nach Anforderungsprofil der einzelnen Linien unterschiedlich viele Batteriepacks (ESU) bekommen. CAF ist im Test mit dem Kurztyp ohne Nachladung über 270 km nonstop gefahren. Skoda zeigt einen zweiteiligen BEMU auf Basis der Regionalzug-Plattform Panter. Die Tschechische Staatsbahn ČD hat 19 dieser Züge bestellt, die ersten sind bereits im Einsatz. Der im Outdoor display ausgestellte FLIRT Akku von Stadler ist in diesem Segment eine neue Fahrzeuggröße: Bisher sind alle BEMU zweiteilige Triebzüge, die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) haben bei Stadler aber 23 Akku-Züge in einer dreiteiligen Ausführung bestellt. Sie sollen ab 2028 eingesetzt werden. Der ÖBB-Flirt basiert auf der weiterentwickelten FLIRT-4-Plattform. BEMU werden künftig auch im S-Bahnverkehr verwendet: Siemens ist mit einem zweiteiligen Mireo Plus B vertreten. Das Modell wird auf einer Linie im S-Bahnnetz Mitteldeutschland um Leipzig fahren. Von diesen BEMU hat der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) als federführender Aufgabenträger bei Siemens 16 Einheiten bestellt.
Text: Messe Berlin/red, Bild: Regionalverkehr



