
Vom Hochgeschwindigkeitszug über Lokomotiven mit alternativen Antrieben bis hin zu neuen Nachtzug-Konzepten: Auf den Gleisen der InnoTrans 2026, die vom 22. bis 25. September in Berlin stattfindet, präsentieren Hersteller aus aller Welt ihre neuesten Schienen-Fahrzeuge.
113 Fahrzeuge mit teilweise langen Anfahrtswegen
In Summe sind 130 Aussteller auf dem Frei- und Gleisgelände vertreten, darunter 30 Unternehmen erstmals in diesem Bereich, der insgesamt rund 20.000 m2 Bruttofläche umfasst. „Unser Frei- und Gleisgelände gehört für viele Fachbesucher zu den Highlights der InnoTrans. Nirgendwo sonst lässt sich die Vielfalt der internationalen Bahnindustrie so unmittelbar erleben“, sagte InnoTrans-Direktorin Kerstin Schulz am 8. September 2026. Schulz weiter: „113 Fahrzeuge aus 17 Ländern zeigen eindrucksvoll den Stellenwert der InnoTrans für die internationale Mobilitätsbranche.“ Um all die Fahrzeuge ausstellen zu können, ist eine komplexe Logistik erforderlich. Besonders weit ist der Weg für Exponate aus Asien: Die Fahrzeuge aus China und Südkorea wurden zunächst per Schiff nach Europa transportiert, ehe es teilweise per Binnenschiff weiter in Richtung Berlin ging. Andere Fahrzeuge reisen auf der Schiene oder über die Straße an.
Alternative Antriebstechnologien
Mit gleich sieben Exponaten gehört Stadler Rail zu den Herstellern, die die meisten Fahrzeuge präsentieren: Zu sehen sein werden unter anderem der FLIRT Nordic Express für Norwegen mit bimodalem Antrieb, der FLIRT Akku für Österreich sowie ein schmalspuriger Wasserstoff-Triebzug für Sardinien. Weitere Hersteller wie Siemens Mobility oder Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles, S.A. (CAF) stellen mit dem Mireo Plus B für die S-Bahn Mitteldeutschland bzw. dem Civity BEMU für Nordrhein-Westfalen ebenfalls Fahrzeuge mit alternativen Antriebstechnologien vor. CRRC aus China präsentiert erstmals seine Wasserstoff-Brennstoffzellen-Hybrid-Lokomotive, der französische Branchenriese Alstom gleich zwei Traxx-Lokomotiven mit innovativer Bordsignaltechnik.
Highspeed aus Asien, Autonomie im ÖPNV
Um Geschwindigkeit geht es bei den High-Speed-Zügen von Hitachi und Hyundai Rotem. Der ETR1000 Frecciarossa und der EMU 320 können ein Tempo von mehr 300 km/h erreichen. Auch das Thema Autonomie im ÖPNV wird immer wichtiger. Railevo präsentiert das weltweit erste autonome Schienentaxi. Die italienische Staatsbahn Ferrovie dello Stato Italiane stellt ein unbemanntes Fahrzeug vor, die TH Ostwestfalen-Lippe hat mit dem Monocab ein autonomes Einschienen-Fahrzeug für den ländlichen Raum entwickelt. Der belgische Aussteller Otiv geht noch einen Schritt weiter und wird im Rahmen einer Demonstration einen Zug per Fernsteuerung in den Niederlanden bewegen.
Nachtzüge feiern Comeback
Ein weiterer Trend der InnoTrans 2026: Die Renaissance der Nachtzüge. Gleich mehrere Unternehmen zeigen in Berlin, wie komfortables Reisen über Nacht künftig aussehen kann. Nox Mobility präsentiert einen Prototyp, der ausschließlich auf private Räume für eine oder zwei Personen setzt. Entwickler Thibault Constant gewann vor zwei Jahren noch einen der ersten Awards beim Railway Influencer Festival – nun kehrt er als Aussteller nach Berlin zurück. Die Luna Rail GmbH zeigt im Luna Rail Lab unter anderem zweigeschossige Sitz- und Liegebereiche sowie private Kabinen für eine oder zwei Personen. Die Tricon AG hat gemeinsam mit mehreren Partnern das Projekt ALISA entworfen – die Abkürzung steht für angebots-differenziertes, leichtes und innovatives Schlafwagen-Konzept. Mockups des Konzepts werden während der InnoTrans in einem Zelt vor dem Eingang Süd präsentiert.
Text: Messe Berlin/red, Bild: Messe Berlin



